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ESCORT-SERVICE: Kreuzlinger Freier beraubt

Zwei Jahre bedingt und 120 Stunden gemeinnützige Arbeit – das Landgericht Konstanz hat am Freitag eine 44-Jährige wegen schweren Raubes verurteilt.

Auf einem Schweizer Internetportal hatte die 44-jährige Angeklagte in vulgären Worten sexuelle Dienste als «private Frau um die 40» angeboten. Ein 54-jähriger Kreuzlinger fühlte sich angesprochen und verabredete sich mit der Dame im Juli 2016 in Kreuzlingen. Nach einem gemeinsamen Abendessen in einem Lokal lud er die schlanke, dunkelhaarige Frau in seine Wohnung ein. Dort kam es zu sexuellen Annäherungsversuchen des 54-Jährigen. Als er am nächsten Morgen unter der Dusche stand, fand er sich plötzlich in seinem fensterlosen Badezimmer eingeschlossen. Auf seine lauten Hilfeschreie morgens gegen sieben Uhr verständigten Nachbarn des Mehrfamilienhauses die Polizei.

Die Polizei fand den Wohnungsinhaber völlig aufgelöst, erschöpft und verschwitzt im Badezimmer vor. Mit der Zeit wurde klar, dass nicht nur die Frau, sondern auch der teure Audi des 54-Jährigen und sein Handy verschwunden waren.

Das Auto als Pfand mitgenommen

Die 44-Jährige betonte beim Prozess, dass sie keine Prostituierte sei. Für sie sei es bei dem Treffen in Kreuzlingen nicht um Sex gegangen. Vielmehr habe sie ihr Angebot als Escort-Service verstanden. Dafür habe sie 800 Schweizer Franken erwartet. Das Kreuzlinger Opfer behauptete vor Gericht, es sei nicht über Geld geredet worden. Als sie am nächsten Morgen Geld vom Mann verlangt habe, habe er sich geweigert zu bezahlen. Aus Panik habe sie dann Pfefferspray eingesetzt und er sei ins Bad geflohen. Das Auto habe sie als Pfand mitgenommen.

«Das war unüberlegt», sagt sie nun. Als das Gericht ihr vor der Urteilsberatung noch einmal das Wort erteilt, sagt sie: «Der Mann hat mich so verarscht!» Dann besinnt sie sich, bricht in Tränen aus und schluchzt schliesslich: «Ich habe überreagiert.» Die Staatsanwältin forderte vier Jahre Haft. Das Gericht, das ihre Schuld ebenfalls für erwiesen hielt, war von einem minder schweren Fall ausgegangen und berücksichtigte bei der Strafzumessung eine «problematische Persönlichkeitsstruktur» der Frau und ihre dilettantische Vorgehensweise.

Das Landgericht Konstanz verurteilte die 44-jährige Täterin wegen schweren Raubes in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren bedingter Haft. Als Auflage muss sie 120 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Eva Maria Vaassen

redaktion@thurgauerzeitung.ch

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