St.Galler Spitaldebatte: Es wird noch unübersichtlicher

Die St.Galler Spitaldebatte verschärft sich in einer denkbar ungünstigen Phase.

Andri Rostetter
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Andri Rostetter

Andri Rostetter

Bis zu den eidgenössischen Wahlen dauert es noch zwei Monate. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis Wahlkampf und Spitaldebatte sich zu einer unseligen Gemengelage vermischen.

Jeder Beitrag – und sei er auch noch so vernünftig – wird vom politischen Gegner auf wahlkampftaktische Finten abgeklopft. Das gilt auch für das Volk. Sogar wenn die Akteure in diesem Fall nur die besten Absichten haben: Von aussen wird kaum mehr unterscheidbar sein, wer was weshalb zu welchem Zeitpunkt in die Runde wirft.

Der CVP-Finanzminister des Kantons muss seinen Ständeratssitz verteidigen, der SVP drohen im Nationalrat Verluste, Grüne und Grünliberale wittern Morgenluft. Es ist die hohe Zeit der politischen Profilierung. Wer jetzt nichts sagt, muss auch sonst nie etwas sagen.

Die Hoffnung, dass die Lage nach dem 20. Oktober übersichtlicher wird, ist gering. Der Kanton steuert unterbruchlos auf die nächsten Wahlen zu. Am 8. März finden in St.Gallen die kantonalen Wahlen statt. Eine nüchterne Spitaldebatte wird damit in den kommenden Monaten ein frommer Wunsch bleiben.

Chronologie: Der Streit um die Spitäler

Erste Alarmsignale gab es im Sommer 2018 – jetzt geht es bereits um einen Notkredit: Wir zeigen in einer Chronologie auf, wie sich der Streit um die Spitäler im Kanton St.Gallen in den letzten Wochen und Monaten entwickelt hat.