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«Es war wohl ein erweiterter Mord»

Nachgefragt

Während die Häufigkeit erweiterter Suizide zurückgeht, nimmt die Zahl erweiterter Morde zu, sagt Gerichtspsychiater Reinhard Haller. In diesen Fällen nehmen Menschen aus Aggression heraus andere mit in den Tod.

Nach der Bluttat in Hohenems sitzt der Schock tief. Was geht im Täter vor?

Reinhard Haller: Handelt es sich um einen erweiterten Suizid, waren die Menschen meist depressiv und empfinden eine Situation als vollkommen aussichtslos. Sie wollen sich und ihre Liebsten von dieser Welt erlösen. Bei erweitertem Mord handeln Täter aus egoistischen Motiven heraus. Etwas ist gegen ihren Willen geschehen und sie wollen nach einem Rosenkrieg einen tod­sicheren Schlusspunkt setzen. Diese Fälle nehmen stark zu.

Warum diese Zunahme? Und warum sind es eher Männer, die ihre Familien mit in den Tod reissen?

Bei psychischen Erkrankungen greifen die Behandlungen, daher nimmt die Zahl der erweiterten Suizide ab. Heutzutage kommt es viel häufiger zu Trennungen. Männer gehen mit Spannungen weniger gut um. Sie suchen daher eher eine rasche Lösung.

Handelte es sich bei der Bluttat in Hohenems um eine Tat im Affekt oder war sie schon länger geplant?

Das Messer spricht eher für eine Tat im Affekt. Man kann davon ausgehen, dass es sich in diesem Fall wohl leider um einen typischen Fall von erweitertem Mord gehandelt hat. Was gegen solche Taten getan werden kann, weiss kein Mensch. Meistens wird aber im Vorfeld schon mit Mord gedroht. Dann ist es wichtig, möglichst rasch Hilfe zu holen. (mef)

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