Blumenladen geschlossen - Robert Keusch sagt:«Es ist hart, wirklich hart»

Für das Gewerbe ist die Situation «brutal». In Buchs fürchtet das Gewerbe nicht um die Existenz – noch nicht.

Katharina Rutz
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Die Corona-Krise trifft auch Robert Keusch von der Blumen Keusch AG hart.

Die Corona-Krise trifft auch Robert Keusch von der Blumen Keusch AG hart.

Heini Schwendener

Buchs Helbling Mode, Blumen Keusch, Beat Sport. Dies sind nur drei der Geschäfte, die in Buchs ihre Läden schliessen mussten. Zwar versuchen die Unternehmen rasch vorwärts zu schauen und das Beste aus der Situation zu machen. Doch – «es ist hart, wirklich hart», sagt Robert Keusch von der Blumen Keusch AG. «Mit dem Slogan #kauflokalschweiz möchte Helbing Mode auffordern, nach der Krise die lokalen Geschäfte zu berücksichtigen», sagt Nadja Goldener, Geschäftsinhaberin der Helbling Mode AG in Buchs. Trotz Ladenschliessung sind die Verkäuferinnen und Verkäufer jedoch nicht untätig. Sie präsentieren die aktuellsten Frühlingstrends auf den Social-Media-Kanälen und bieten ihren Kunden ein portofreies Modepaket an.

Auch die Blumen Keusch AG trifft die Corona-Krise hart. «In den ersten Tagen verschenkten wir Kisten voller Blumen», sagt Robert Keusch. Die Blumen Keusch AG verfügt über drei Betriebszweige: Blumenladen, Gärtnerei und Gartenbau. Einzig im Gartenbau können die Mitarbeiter weiterarbeiten, wenn auch unter speziellen Bedingungen.

Die Mitarbeitenden bei der Buchser Filiale von Beat Sport AG können sich die Zeit noch mit Aufräumen der Winterartikel vertreiben. Auch der Veloservice kann noch weiter betrieben werden. Nach dem bereits mittelmässigen Winter trifft die Corona-Krise auch das Buchser Sportgeschäft hart. Dennoch haben die Gewerbler ihre Hoffnung nicht ganz verloren. Ihre Existenz sehen sie nicht bedroht. Allerdings komme es darauf an, wie lange die Krise noch dauere.

Beat Schlegel stellt das Angebot der Filiale von Beat Sport AG in Buchs auf Frühling um und hofft, bald wieder zu öffnen.

Beat Schlegel stellt das Angebot der Filiale von Beat Sport AG in Buchs auf Frühling um und hofft, bald wieder zu öffnen.

Heini Schwendener

Hilfe wird Versprochen

Zur Abfederung haben die Unternehmen Kurzarbeit beantragt. Allerdings hilft dies einzig, die Löhne zu bezahlen. Die anderen Fixkosten wie Gewächshausbeheizung oder Ladenmiete bleiben.«Das Gewerbe erwischt es brutal. Unsere Leute sind todtraurig, wenn wir sie nach Hause schicken müssen. Sie würden nichts lieber als arbeiten», sagt Robert Keusch. Er steht mit einigen seiner Mitarbeitenden in Kontakt: «Ihnen fällt das Dach auf den Kopf. Sie können nichts tun, ausser Joggen vielleicht gibt es ja auch keine Sportmöglichkeiten mehr.» Hinzu kommt eine gewisse Unsicherheit. Wie schlimm ist es wirklich? «Ich masse mir kein Urteil an, wir schauen jetzt vorwärts.»

Gartenbau kann weiter betrieben werden

Dies nachdem er zu Beginn der Woche mit sechs Mitarbeitenden jegliche frischen Blumen wegwerfen musste. Die Bestellungen waren getätigt. Die Lager bei Blumen Keusch sind voll mit Oster- und Frühlingsaccessoires. Der Laden ist geschlossen, eine Selbstbedienung wie andere Gärtnereien es versucht haben, hat er nicht eingerichtet. «Wir wollen dem Kunden den umfassenden Service bieten können oder gar nicht. Es ist aber fraglich, ob im Moment überhaupt eine Nachfrage besteht und ob wir das Material beschaffen können», so Keusch. Im Bereich Gartenbau kann weitergearbeitet werden. «Wir halten aber alle Hygienemassnahmen strikte ein und fahren zum Beispiel nur noch zu zweit in einem Auto.»

Noch sieht Robert Keusch die Existenz nicht gefährdet:

«Wir sind ein gesundes Unternehmen. Dennoch haben wir keine unendlichen Polster.»

Für seine Mitarbeiter hat er Kurzarbeit beantragt, dennoch bleiben die Fixkosten wie Versicherungen, Heizung von Gewächshäusern und so weiter.

Veloservice darf weiterhin gemacht werden

Auch die Läden der Beat Sport AG sind geschlossen. In Buchs ist man laut Beat Schlegel noch damit beschäftigt, die Winterartikel aufzuräumen. Ausgemietete Artikel können allerdings im Moment nicht zurückgegeben werden. Ausserdem wird der Laden trotz allem auf den Frühling umgestellt.

«Damit wir einen schönen Laden präsentieren können, wenn wir wieder öffnen dürfen.»

Auch die Beat Sport AG hat Kurzarbeit beantragt und hofft auf eventuelle weitere Unterstützung durch den Bund. Auch mit dem Vermieter ist das Unternehmen in Gesprächen. Bereits der Winter war für das Sportgeschäft «durchzogen». Was weiter betrieben werden kann, ist der Veloservice. «Dabei handelt es sich um eine Notwendigkeit», so Beat Schlegel. Auch telefonische Bestellungen werden entgegengenommen und portofrei versendet oder auch geliefert. Diesen Service bietet das Modegeschäft Helbling Mode an. Auch in den sozialen Medien präsentiert Helbling Männermode Buchs die aktuellen Frühlingstrends. Nach Wunsch wird ein portofreies Modepaket versendet oder in der Umgebung direkt nach Hause geliefert. Durch WhatsApp- Calls kann eine virtuelle Beratung gebucht werden.

Nadja Goldener, Geschäftsinhaberin Mode Helbling AG.

Nadja Goldener, Geschäftsinhaberin Mode Helbling AG.

Daniel Ammann

Die Kunden zeigen sich laut Geschäftsinhaberin Nadja Goldener interessiert und nutzen den Service. «Sie bestätigen, dass sie uns gerne berücksichtigen werden, auch nach der Krise», so Nadja Goldener. «Wir sehen die Krise als Chance, wir haben neue Ideen und werden innovativ.» Gutscheinbestellung für die Zeit der Wiedereröffnung werden mit einem Wert um 20 erhöht. Das Unternehmen sei zudem gesund und mit den Lieferanten und Vermietern konnte gut verhandelt werden.

Dennoch betont Nadja Goldener: Während es aktuell verlockend sei über die grossen Onlinehändler zu bestellen, müsse doch bedacht werden, dass diese Firmen nichts an das Schweizer Gesundheitssystem beisteuern und keine Arbeitsplätze in der Region sichern. Deshalb appelliert sie an die Bevölkerung nach der Corona-Virus-Pandemie das lokale Gewerbe zu berücksichtigen.