«Es bringt nichts»: Weshalb die Amriswiler Guggenmusik Markplatzpfuuser ihre Saison abblasen

80 Prozent der Auftritte wurden abgesagt und die Coronafallzahlen steigen: Die Saison der Marktplatzpfuuser ist vorbei, bevor sie begonnen hat. Die Guggenmusik verzichtet auf die kommende Fasnachtstournee.

Sheila Eggmann
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«So macht es keinen Spass», sagt Samuel Svec, Präsident der «Marktplatzpfuuser».

«So macht es keinen Spass», sagt Samuel Svec, Präsident der «Marktplatzpfuuser».

Bild: Andrea Stalder

Die Familie bleibt zu Hause, denn die Saison ist vorbei, noch bevor sie begonnen hat. Die Amriswiler Guggenmusik «Marktplatzpfuuser» – ihr Motto ist «Fascht e Familie» – hat ihre Tournee für die kommende Fasnacht abgeblasen.

«Viele coole Events wurden abgesagt», sagt Präsident Samuel Svec. So zum Beispiel das Fest beim Ski-Weltcup in Crans-­Montana, bei dem die Guggenmusik die Skifahrer und Fans angeheizt hätte. Es wurde wegen Corona gestrichen. Auch die Fasnacht in Winterthur, oder die in Uznach. Alles gestrichen. Insgesamt wurden den «Marktplatzpfuuser» 80 Prozent der Auftritte abgesagt. «Und die, welche noch übrig sind, können uns nicht sagen, ob sie ihren Anlass durchziehen werden», sagt der 30-Jährige.

«Es bringt nichts»

Hinzu kommen die steigenden Coronafallzahlen in der Ostschweiz und die Quarantänepflicht. Es ergebe keinen Sinn, in diesen Zeiten jedes Wochenende mit 40 Personen in einem Car zu sitzen. Auch Svec will sich dem Risiko nicht aussetzen. Er arbeitet in einer Garage in Oberaach, viele vom Geschäft sind ebenfalls in der Guggen­musik. Falls die Musiker in Quarantäne müssten, könne man die Garage direkt für ein paar Tage schliessen.

«So macht es keinen Spass.»

Svec fügt an: «Deshalb hat unser Vorstand entschieden: Es bringt nichts.» Die Saisonabsage kommt im Jahr, in dem der Verein sein 40-jähriges Bestehen feiert. Seit der Gründung habe es so etwas noch nie gegeben. «Es ist schade, dass es nun so gekommen ist», sagt Svec.

Der Verein will aber nicht, dass gar nichts läuft. Er hat sich deshalb entschieden, ab November trotzdem einmal pro Monat zu proben. «Damit wir fit bleiben und einander treffen können.» Die Mitglieder der Guggenmusik hätten den Entscheid gut aufgefasst. «Unsere Leute sind auch nicht so verbissen, würde ich sagen», so Svec.

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Manuel Nagel

Die «Pfuuser» bleiben auf Kostümkosten sitzen

Der Grossteil sei auch noch in anderen Vereinen aktiv. «Aber beim einen oder bei der anderen wird es schon noch ‹gnagä› im Februar.» Auch dem Präsidenten selbst wird es wohl erst im Februar bewusst, was alles wegfällt.

Wenn die «Marktplatzpfuuser» nicht unterwegs sind, haben sie wenige Auslagen. Im Gegensatz zur Amriswiler «Glöggli Clique» müssen sie keine Miete für ein Probelokal bezahlen. Sie üben meistens kostenlos in einer Autowerkstatt in Mühlebach oder im Schulhaus Grenzstrasse. Das Einzige, was kostet, sind die Kostüme. Diese machen insgesamt einen Betrag von 10000 Franken aus. Svec hofft daher, dass der Verein weiterhin von seinen Sponsoren unterstützt wird.

Der Vorstand beobachtet die weitere Entwicklung

Svec hat bereits einige Ideen, wie der Verein in diesem Winter doch wahrgenommen werden kann. Er überlegt sich beispielsweise, einige Proben live zu streamen. Ausserdem werde der Vorstand die Lage stetig neu beurteilen. «Wir bleiben spontan. Man weiss ja nie.» Gleichzeitig ist die Gugge bereits in der Planung der nächsten Saison. Svec sagt:

«Irgendwann muss es ja wieder vorwärtsgehen.»
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