Ertragsausfälle
Wegen der Coronakrise: Die Olma Messen müssen sparen – und bauen Personal ab

Ferien-, Fest- und Hochzeitsmesse werden eingestellt. In Folge der Coronakrise werden zudem acht Mitarbeitende entlassen.

Janina Gehrig
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Die Coronakrise setzt auch den Olma Messen St.Gallen zu.

Die Coronakrise setzt auch den Olma Messen St.Gallen zu.

Bild: Ralph Ribi

Es war der 14. März 2020, als diese Zeitung vermeldete, die Offa werde wegen des Coronavirus abgesagt. Dass die Immo-Messe Schweiz und die Frühlingsmesse Offa auch in diesem Jahr nicht stattfinden würden, ist seit einem Monat klar. Nun fallen auch sämtliche weitere Messen bis Mitte dieses Jahres dem Veranstaltungsverbot zum Opfer, wie die Genossenschaft Olma Messen St.Gallen in einer Medienmitteilung vom Donnerstag schreibt. «Trotz angelaufener Impfkampagne, umfangreichem Testregime und vorbereiteten Schutzmassnahmen ist zurzeit keine Voraussage möglich, wann der Veranstaltungsbetrieb wiederaufgenommen werden kann», heisst es.

Christine Bolt, Direktorin der Genossenschaft Olma Messen.

Christine Bolt, Direktorin der Genossenschaft Olma Messen.

Bild: Urs Bucher

Die Olma Messen St.Gallen hätten nach 70 Prozent Umsatzverlust im Jahr 2020 erneut während eines halben Jahres fast die ganzen budgetierten Erträge verloren.

Ferien-, Fest- und Hochzeitsmesse werden eingestellt

Drei Messen werden «aufgrund des wirtschaftlichen Drucks» ganz aus dem Veranstaltungsprogramm gestrichen: Die Ferienmesse Grenzenlos und die Fest- und Hochzeitsmesse. Die drei Messen hatten sich gemäss den Olma Messen schon vor der Coronapandemie negativ entwickelt, deren Märkte seien durch die globale Krise zusätzlich in ihrem Kern getroffen worden. «Niemand bucht derzeit Ferien, die Hochzeiten werden verschoben», sagt Olma-Direktorin Christine Bolt. Die Hochzeitsmesse habe in den letzten Jahren jeweils knapp positiv, die Ferienmesse knapp negativ abgeschnitten. «Wir hätten auch in den nächsten drei Jahren mit hohen Defiziten rechnen müssen.»

Mit einem Wiedererstarken der betreffenden Messen könne auf Jahre hinaus nicht gerechnet werden. Für die Campingmesse OCA, die von Drittveranstaltern parallel zur Grenzenlos durchgeführt wird und von diesem Entscheid nicht betroffen ist, wird nach einer Lösung auf dem Messeplatz St.Gallen gesucht.

Acht Mitarbeitende werden entlassen

Aufgrund des dauerhaft reduzierten Messeprogramms kommt es ausserdem zu Entlassungen. Acht Vollzeitstellen werden trotz der Möglichkeit, Kurzarbeit anzumelden, abgebaut. Laut Bolt trifft es je vier festangestellte Mitarbeitende aus den Bereichen Messeorganisation und Betrieb. «Kurzarbeit schützt die Stellen, die nach der Krise wieder gebraucht werden. Dies ist hier nicht der Fall», sagt sie.

Olma soll stattfinden

Ob und in welcher Form die Olma zu Stande kommt, die im Herbst jeweils stattfindet, könne man jetzt noch nicht sagen. «Wir glauben, dass es eine Olma geben wird und halten so lange wie möglich daran fest. Wir sind mit Ausstellern, Sonderschauen und dem Gastkanton im Austausch», sagt Bolt.

Corona habe die Konsolidierung der Messelandschaft zwar noch beschleunigt. Dennoch hätten starke Messen mit Erlebnischarakter wie die Olma oder Fachmessen auch weiterhin eine Zukunft. «Persönliche Begegnungen, überrascht zu werden und ein Einkaufserlebnis zu haben, vermissen die Leute gerade sehr», sagt Bolt.