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Erstmals ausgewachsene Asiatische Buschmücke in Ostschweiz entdeckt

Bisher waren nur Larven der exotischen Stechmücke in der Ostschweiz nachgewiesen worden - letztmals 2015 im Rheintal. Jetzt wurde zum ersten Mal eine ausgewachsene Asiatische Buschmücke entdeckt. Sie ist aggressiver als hiesige Mücken.
Tim Frei
Die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) ist den ganzen Tag über aktiv. (Bild: James Gathany/CDC)

Die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) ist den ganzen Tag über aktiv. (Bild: James Gathany/CDC)

Sie ist nicht nur in der Dämmerung aktiv, sondern den ganzen Tag über. Ihre langen Beine und ihr Abdomen sind getigert. Sie ist grösser als die Gemeine Stechmücke, welche in Europa die häufigste Mückenart ist. Und sie ist aggressiver als hiesige Mücken. Die Rede ist von der Asiatischen Buschmücke, Fachterminus Aedes japonicus. Sie stammt aus Ost- und Südostasien. Ihre Verbreitung über die halbe Welt setzte um die Jahrtausendwende ein.

2007 wurden Larven dieser exotischen Mückenart erstmals in der Schweiz nachgewiesen: im Aargau. Seither hat sich die Mücke über die ganze Nordschweiz verbreitet, wie das Institut für Parasitologie der Universität Zürich (UZH) herausfand. Auch in der Ostschweiz wurden Larven der exotischen Mücke entdeckt: 2010 in Frauenfeld, 2015 in St.Margrethen. Fälle ausgewachsener Exemplare dieser Mücke waren bisher in der Ostschweiz nicht bekannt – bis zu diesem Sommer.

Mücke am Bildweiher in St.Gallen gefunden

Vor wenigen Tagen hat eine Person am Bildweiher in St.Gallen eine Asiatische Buschmücke gefunden – in der Nähe eines Schrebergartens. Sie brachte die Mücke ins Naturmuseum St.Gallen. Dieses nimmt Schädlinge entgegen, um sie kostenlos zu bestimmen. «Wir haben dann festgestellt, dass es tatsächlich eine Asiatische Buschmücke ist», sagt Priska Seri, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Naturmuseum. Zur Sicherheit sei die Mücke zur Abteilung Schädlingsprävention und -beratung der Stadt Zürich geschickt worden. «Dort wurde unser Befund bestätigt.»

Im Kanton Zürich ist die Aedes-Buschmücke mittlerweile die häufigste Mückenart, wie Alexander Mathis, Biologe vom Institut für Parasitologie der UZH, erklärt. Wie weit verbreitet sie in der Ostschweiz ist, kann man laut Priska Seri nicht sagen.

«Dies liegt daran, dass es keine systematische Erfassung der Buschmücken gibt.»

Mathis pflichtet ihr bei: «Nachdem 2007 erstmals Larven dieser Mückenart nachgewiesen wurden, hat unsere Forschergruppe drei Jahre lang im Mittelland deren weitere Ausbreitung erforscht. Als sich zeigte, dass nichts gegen die Aedes-Buschmücke gemacht werden kann, haben wir das Projekt beendet.» Die Brutplätze der Mücke seien vielfältig: Regenwassertonnen, Topfuntersetzer, Giesskannen, Blumenvasen auf Friedhöfen, aber auch Astlöcher und Baumhöhlen, in denen sich Wasser sammelt.

Der Eindringling aus Asien pflanze sich viel effizienter fort als die meisten heimischen Arten, so Mathis weiter: «Bei diesen müssen die Brutplätze stets feucht sein, sonst sterben die
Larven ab. Die Eier der Asiatischen Buschmücke dagegen können nicht nur mehrere Monate im Trockenen überleben, sondern sind auch kälteresistent.» Wenn die Eier wieder mit stehendem Wasser in Berührung kämen, würden sich die Larven entwickeln.

Durch Handel und Verkehr nach Europa gekommen

Dass sich die Asiatische Buschmücke bis in die Schweiz ausbreitete, hängt nicht etwa mit dem Klimawandel zusammen. Verantwortlich dafür ist der globale Verkehr und Handel, erklärt Mathis:

«Die Mücke fand ihren Weg wohl via Eier in Altreifen nach Europa.»

Die erste Mücke in der Schweiz sei in Niederlenz im Kanton Aargau gefunden worden, wo importierte gebrauchte Pneus gelagert wurden. Trotz der rapiden Verbreitung sieht Mathis die heimischen Mückenarten nicht gefährdet: «Es hat genug Brutplätze für alle.»

Auch für den Menschen ist die Gefahr, die von der Aedes-Buschmücke ausgeht, klein. «Sie kann zwar viele Viren unter Laborbedingungen übertragen unter anderem den West-Nil-Virus. Doch es gibt weltweit keine durch die Buschmücke übertragenen bekannten Krankheitsfälle», sagt Mathis.

Um sich jetzt im Sommer in der Badi oder auf einem Spaziergang vor den Eindringlingen aus Asien zu schützen, empfiehlt Mathis eine helle sowie lange und weite Kleidung: «Mücken reagieren stärker auf dunkle Stoffe. Weite Kleidung verhindert zudem, dass die Insekten stechen können.»

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