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«Erst einmal Ordnung schaffen»

HÜTTWILEN. An der Spitze des Hüttwiler Messe- und Eventbauers Nüssli ging es in den letzten Monaten turbulent zu und her. Der neue CEO Martin Messner will das Unternehmen in ruhigere Gewässer führen – und neue Investoren suchen.
Kaspar Enz
Der Schweizer Pavillon von Nüssli in Sotschi. Er wird an acht Orten zum Einsatz kommen, so im August an der Leichtathletik-EM in Zürich. (Bild: pd)

Der Schweizer Pavillon von Nüssli in Sotschi. Er wird an acht Orten zum Einsatz kommen, so im August an der Leichtathletik-EM in Zürich. (Bild: pd)

«Es war eine Frage, die ich in 24 Stunden beantworten musste», sagt Martin Messner. Sie kam aus Hüttwilen, vom Verwaltungsrat der Nüssli AG. Messner, der den Von-Roll-Konzern um die Jahrtausendwende durch die Krise gesteuert und sich seither immer wieder Unternehmen in Schieflage angenommen hatte, soll beim Event- und Messebauer das Ruder übernehmen. Er sagte Ja, auch wenn er eigentlich habe kürzertreten wollen. «Es ist ein komplexes, spannendes Geschäft», sagt er. «Andererseits ist es ein schönes Unternehmen, es hat ein gutes Image und gute Projekte.»

Karussell an der Spitze

Doch Anfang dieses Jahres schien auch Nüssli in der Krise zu stecken. Auf den Führungspositionen kam es in kurzer Zeit zu etlichen Wechseln. Grund sei ein Knatsch zwischen der Gründerfamilie und dem Management, vermutete die «Bilanz» im Februar. So verliess im Dezember CEO Andy Böckli das Unternehmen. Der ehemalige CEO Heinrich Nüssli übernahm interimistisch seinen Posten. Derweil gründete Böckli ein eigenes Unternehmen, die Adunic, wie Nüssli spezialisiert auf Messe- und Ausstellungsbau. 40 Mitarbeitende der Exhibitions Division von Nüssli folgten ihm, vor allem Projektleiter. «Eine schwierige Situation», sagt Martin Messner. «Wir brauchen gute Projektleiter. Die kann man nicht einfach so ersetzen.»

Seit drei Wochen ist Messner in Hüttwilen. «Zuerst muss man Ordnung schaffen», sagt er. Die Mitarbeitenden anderer Abteilungen seien verunsichert. Deshalb will Messner regelmässig alle neuen Projekte und deren Fortschritt intern kommunizieren. Um die Lücken, die in der Abteilung für Messe- und Ausstellungsbau entstanden sind, zu füllen, greift er einerseits auf Freelancer zurück, von denen viele schon bei Nüssli gearbeitet haben. «Einige konnten wir zurückgewinnen», sagt Messner. Andererseits helfen Leute aus allen Abteilungen aus. Langfristig gelte es, junge Leute nachzuziehen.

Arbeit hat Nüssli jedenfalls genug. So baut das Unternehmen für die Weltausstellung in Mailand 2015 drei Pavillons und es baut das Stadion für den Daviscup in Genf. «Die Projekte, die wir schon haben, decken zwei Drittel des geplanten Umsatzes», sagt Messner. Um diese auszuführen, schreckt Messner auch nicht davor zurück, mit der Adunic des ehemaligen CEO Andy Böckli zu arbeiten. «Wenn wir nicht zusammenarbeiten, verlieren beide Unternehmen Projekte», sagt er. Trotzdem glaubt Messner, dass der Umsatz zuerst zurückgehen dürfte. «Wir machen einen Schritt zurück, um zwei Schritte vorwärts machen zu können.»

Investoren gesucht

Nach der Stabilisierung soll Nüssli weiter wachsen. In einem bis zwei Jahren dürfte es so weit sein, glaubt Messner. Doch die Projekte im Messe- und Eventgeschäft müssen meist vorfinanziert werden. Mit 400 Mitarbeitenden weltweit und einem Umsatz von jährlich 150 Millionen Franken «hat das Unternehmen eine kritische Grösse erreicht», sagt Messner. Den nächsten Wachstumsschritt könnten die jetzigen Aktionäre der Nüssli – die Familie Nüssli als Hauptaktionärin sowie aktuelle und ehemalige Kadermitglieder – aber kaum stemmen. «Deshalb suchen wir einen neuen Anker-Aktionär», sagt Messner. Als neuer Eigentümer schwebt ihm ein industrieller Investor vor.

«Die nötige Handlungsfreiheit»

Zuerst müsse Nüssli aber die Hausaufgaben machen, sagt Messner. Als CEO und Mitglied des Verwaltungsrates «habe ich die nötige Handlungsfreiheit. Sonst wäre ich nicht gekommen.»

Martin Messner Neuer CEO bei der Hüttwiler Nüssli AG (Bild: Stefan Borkert)

Martin Messner Neuer CEO bei der Hüttwiler Nüssli AG (Bild: Stefan Borkert)

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