Erst beide Stempel, dann die Rückerstattung

«Zettelflut wird für Zöllner zum Problem», Ausgabe vom 6. August

Willy Humbel Rebenackerstrasse 11, 8360 Eschlikon
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Der Einkaufstourismus der Schweizer in Deutschland wird nicht zum Erliegen kommen, solange die Preisunterschiede so hoch sind. Besonders stossend sind die Unterschiede bei in Billiglohnländern produzierter Handelsware. Brax-Jeans beispielsweise konnte man in Deutschland im Frühjahr 2016 beim damaligen Wechselkurs und nach Rückerstattung der Mehrwertsteuer (MWSt) ziemlich genau zum halben Preis kaufen. Der Schweiz-Zuschlag betrug also beinahe 100 Prozent! Dies lässt sich mit nichts begründen, und ein mittlerweile etwas ungünstigerer Wechselkurs wird am Problem nichts ändern. Um den mit dem Einkaufstourismus verbundenen Missbrauch bei der MWSt-Rückerstattung zu verhindern und auch die Zettelflut am Zoll einzudämmen, muss man nicht die heutige Freigrenze von 300 Franken aufheben. Ein Lösungsansatz wäre aber, die Rückerstattung der deutschen MWSt von der Verzollung an der Grenze abhängig zu ­machen. Mit anderen Worten: Jedermann könnte nach wie vor Waren im Wert von 300 Franken abgabefrei importieren, für die Rückerstattung der MWSt müsste der Kaufbeleg aber nicht nur mit dem deutschen Ausfuhr-, sondern auch mit dem Schweizer Zollstempel versehen sein. Damit würde in jedem Fall einmal MWSt entrichtet, was auch aus Sicht der Steuergerechtigkeit nur vernünftig wäre.

Willy Humbel Rebenackerstrasse 11, 8360 Eschlikon