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Erotiksalon und McDonald’s überfallen - Gericht will zusätzliche psychiatrische Gutachten

Ein 32-jähriger Schweizer hat im Raum Wil und St.Gallen brutale Raubüberfälle begangen. Zwei Jahre nach den Schuldsprüchen muss das Kreisgericht nun beurteilen, ob der Mann verwahrt werden soll.
Claudia Schmid
Der Mann hatte gestanden, einen Erotiksalon in St.Gallen überfallen zu haben. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt. (Bild: Urs Bucher)

Der Mann hatte gestanden, einen Erotiksalon in St.Gallen überfallen zu haben. Eine Frau wurde dabei schwer verletzt. (Bild: Urs Bucher)

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits Ende 2015 Anklage gegen den Beschuldigten erhoben. Die Liste der ihm vorgeworfenen Straftaten war lang. Die Vorwürfe reichten von qualifiziertem Raub über schwere Körperverletzung bis zu Freiheitsberaubung, Drohung, Nötigung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Die erste Straftat ereignete sich Mitte Juni 2013. Ihm wurde vorgeworfen, er habe mit einem Mittäter einen Raubüberfall auf das Hotel Uzwil begangen.

Mitte August wurde ein bewaffneter Raubüberfall auf einen Tankstellenshop in Bronschhofen verübt, drei Monate später die McDonald’s-Filiale in Wil überfallen. Ebenfalls im November gab es einen bewaffneten Raubüberfall auf einen Tankstellenshop in Wil. Alle diese Taten bestritt der Beschuldigte vor Gericht.

Frau sprang aus dem Fenster

Mitte Dezember traf es «McDonald’s» in Abtwil. Der Zufall wollte es, dass der bereits überfallene Schichtleiter aus Wil in der Filiale arbeitete. Der Täter schoss auf ihn. Auch mit diesem Raubüberfall wollte der Beschuldigte nichts zu tun haben. Geständig war er hingegen, einen Erotiksalon in St.Gallen überfallen zu haben. Eine der Frauen sprang in Panik aus dem Fenster und verletzte sich schwer.

Weitere Straftaten gehen auf das Jahr 2012 zurück. Im April liess sich der Beschuldigte darauf ein, mit zwei Kollegen einen «bezahlten» Job in Chur zu übernehmen. Es ging darum, einen problematischen Mieter aus seiner Wohnung zu weisen. Sie fesselten und schlugen den Mann. Der Beschuldigte gab zu, dabei gewesen zu sein. Für die Schläge sei er aber nicht verantwortlich.

Polizist über den Fuss gefahren

Im Juli 2012 lenkte er das Auto seiner Grossmutter ohne gültigen Fahrausweis von Wil Richtung Bütschwil. Bei einem Kreisel fuhr er nah auf den vorderen Wagen auf und überholte ihn. Etwas später bremste er ihn aus und ging wutentbrannt mit einem Sturmgewehr auf den Fahrer los. Dieser konnte fliehen. Am 27. Dezember 2013 kam es zur Verhaftung des Mannes. Die Polizei hatte kurz vorher die Meldung erhalten, dass sich in St. Gallen ein bewaffneter Raubüberfall ereignet habe.

Als sich die Beamten vor Ort begaben, fiel ihnen ein Auto auf, das ihnen in umgekehrter Fahrtrichtung entgegenkam. Sie wollten den Lenker kontrollieren. Dieser beschleunigte sein Auto und fuhr einem der Polizisten über den Fuss. Während der Untersuchungshaft ging der Beschuldigte auf einen Mithäftling los und traktierte ihn mit Faustschlägen. Ende August 2014 floh er aus dem Gefängnis in Appenzell. Am 4. September war er wieder im Gefängnis.

Neue psychiatrische Gutachten nötig

Im Dezember 2016 veröffentlichte das Kreisgericht St.Gallen das Zwischenurteil. Es enthielt mehrere Freisprüche, aber auch viele Schuldsprüche. Der wichtigste Freispruch betraf den Raubüberfall auf die McDonalds-Filiale in Abtwil.

Für fünf Raubüberfälle sprach das Kreisgericht Schuldsprüche aus. Dabei handelte es sich um das Hotel Uzwil, die Tankstellenshops in Bronschhofen und Wil, den McDonald’s in Wil und den Erotiksalon in St.Gallen. Beim Erotiksalon erhielt er zusätzlich Verurteilungen wegen fahrlässiger schwerer Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Weil das Kreisgericht St.Gallen zum Schluss kam, dass neue psychiatrische Gutachten vonnöten sind, dauerte es über zwei Jahre bis nun die Verhandlung fortgesetzt werden kann. Sie ist auf den 26. März angesetzt. Die Staatsanwaltschaft beantragt eine Freiheitsstrafe von neun Jahren, eine Busse und die Verwahrung.

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