Ermittlungen wegen Kamera auf Frauen-WC

UZNACH. Gegen einen Computerkurs-Leiter, der in Uznach eine Kamera in einer Toilette installiert hatte, laufen die Ermittlungen weiter. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Datenträger beschlagnahmt. «Diese sind inzwischen ausgewertet», wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Baumann, sagt.

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UZNACH. Gegen einen Computerkurs-Leiter, der in Uznach eine Kamera in einer Toilette installiert hatte, laufen die Ermittlungen weiter. Bei einer Hausdurchsuchung wurden Datenträger beschlagnahmt. «Diese sind inzwischen ausgewertet», wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Andreas Baumann, sagt. Im Rahmen der Strafuntersuchung werde der Verdächtige nun einvernommen. Was sich auf den Datenträgern befindet, kann Baumann nicht sagen. Die Strafuntersuchung wurde wegen Verdachts der «Verletzung des Geheim- oder Privatbereichs durch Aufnahmegeräte» eröffnet. Ob Anklage erhoben wird, ist noch offen.

Kamera entrissen

Der Beschuldigte installierte die Kamera auf der Frauentoilette eines Unterrichtslokals. Diese hatte er in einem alten Computergehäuse versteckt. Im besagten Unterrichtslokal wurden im Auftrag der Glarner Firma Avoi Computerkurse für Arbeitslose erteilt. Eine Kursbesucherin entdeckte die Kamera bei einem Toilettengang. Sie nahm die Kamera aus dem Gehäuse und stellte den Kursleiter zur Rede. Dieser entriss ihr die Kamera und wollte sie verschwinden lassen. Erst durch das Einschreiten weiterer Kursteilnehmer konnte ihm die Kamera wieder abgenommen werden. In der Folge wurde auf dem Polizeiposten Schmerikon Anzeige erstattet.

Kurse nur noch intern

Der Kursleiter sagte nach dem Vorfall gegenüber dem Geschäftsführer der Glarner Avoi, Mirko Slongo, er habe die Kamera «nur in zwei Fällen» eingesetzt und keine Aufnahmen ins Internet gestellt. Slongo sagt, dies habe die Kantonspolizei Glarus ihm gegenüber so bestätigt. Der Kursleiter wurde nach dem Vorfall freigestellt. Seither habe er nichts mehr von ihm gehört, so Slongo. «Ich habe versucht, ihn zu kontaktieren, um zu erfragen, wie es ihm geht, aber ihn nie erreicht.» Seit dem Vorfall vergebe die Avoi keine Kurse mehr an externe Firmen. «Da hätten wir zu wenig Kontrolle», so Slongo. Zudem sei die Massnahme erfolgt, um das Vertrauen der Öffentlichkeit wieder herzustellen. Ausnahmen bei externen Anbietern gebe es nur bei «offiziellen Organisationen». Etwa im Bereich Pflege, wo Kurse an das Schweizerische Rote Kreuz ausgelagert seien. (red.)