Erlebnispark im Wilerwald

Das Projekt wald.11 verwandelt den Weidliwald in Wil Anfang September in eine Erlebniswelt. Die Aufbauarbeiten für den überregionalen Anlass laufen derzeit auf Hochtouren.

Kathrin Reimann
Drucken
Nur für Schwindelfreie: Die Hängebrücke im Weidliwald. (Bild: Urs Jaudas)

Nur für Schwindelfreie: Die Hängebrücke im Weidliwald. (Bild: Urs Jaudas)

Mitten im Weidliwald in Wil steht eine imposante Hängebrücke: 85 Meter lang und 20 Meter hoch, gewährt sie dem schwindelfreien Besucher einen imposanten Ausblick über die Baumkronen auf die Churfirsten. «Innerhalb von fünf Tagen haben wir sie aufgestellt», sagt der Bauleiter und Gossauer Revierförster Patrik Schilling stolz. Die aus Holz und Steinschlagnetzen gefertigte Brücke ist aber nur eines von vielen Highlights des Projektes: «wald.11» bietet verteilt auf rund 30 Hektaren Wald unzählige Attraktionen rund ums Thema.

Kugelbahn und Holzgefährt

Eine rund 80 Meter lange Klang- und Kugelbahn oder etwa eine Waldbahn auf Holzschienen mit Platz für 15 Personen befinden sich momentan im Aufbau. Dafür zuständig sind der Zivilschutz des Sicherheitsverbundes Region Wil, das Arbeitslosenprogramm Mensch-Natur in Herisau sowie die Forstbetriebe der Region. Erstellt werden auch ein Barfuss- und Kneipp-Weg, eine Kiesgrube für Theatervorführungen und Tierschauen des Walter-Zoos, ein für Menschen zugänglicher Fuchsbau sowie eine Aussichtsplattform. «Die Besucher sollen den Wald so erleben, wie sie ihn noch nie zuvor erlebt haben», sagt Raphael Lüchinger vom Kantonsforstamt.

Nicht nur Erlebnis, auch Information steht bei dem Open-Air-Anlass auf dem Programm. Auf Informationswegen, bei Führungen, an Erlebnisstationen oder beim Besuch des Waldkinos wird etwa über heilende Waldpflanzen, Bienen, Jagd- und Wildtiere, den Holzkreislauf oder Trinkwasser aus dem Wald aufgeklärt. Dabei werden alle Funktionen des Waldes – als Erholungsraum, Rohstofflieferanten, Lebensraum, Schutzschild und Werkplatz – berücksichtigt. «Wir wollen diese Aspekte aber nicht lehrerhaft aufzeigen, sie sollen aktiv, mit allen Sinnen, erlebt werden», sagt Lüchinger. So soll die Wichtigkeit und Vielfalt des Waldes betont und den Besuchern vermittelt werden.

Schul- und Abendprogramm

Ein besonderes Programm von «wald.11» richtet sich an Schülerinnen und Schüler. Bereits über 100 Klassen aus der Region mit insgesamt über 2000 Kindern und Jugendlichen haben sich dazu angemeldet und werden sich ab September auf geführte Exkursionen begeben, sich untereinander in waldsportlichen Klassenwettkämpfen messen oder einfach den Weidliwald entdecken. Für Erwachsene wird an drei Abenden auf der Freilichtbühne die Theaterkomödie «Alles keis Problem» aufgeführt, die Tickets dazu gibt es auf der Homepage von «wald.11». In einer Festwirtschaft werden regionale Produkte angeboten, zudem besteht die Möglichkeit, sich an einer der drei Feuerstellen selbst zu verpflegen. Die kleinsten Waldbesucher kommen im Weidliwald beim Kindertheater, auf dem Spielplatz oder beim Geschichtenerzähler mit Baummärchen auf ihre Kosten. Weitere Anlässe sind ein Holzskulpturen-Schnitzkurs, ein Holzerwettkampf sowie ein ökumenischer Waldgottesdienst.

Holzkrise und Konfliktpotenzial

Drei Symposien befassen sich mit aktuellen Waldthemen. Das Gesundheitssymposium wird von Regierungsrätin Heidi Hanselmann eröffnet und behandelt das Thema Wald und Gesundheit. Ein Wald-Holz-Symposium geht den Existenznöten der Holzproduzenten auf den Grund und sucht nach Auswegen aus dieser Krise. Das Symposium «Wald im Fadenkreuz» beschäftigt sich mit Konflikten, die sich aufgrund unterschiedlicher Interessen von Waldbesuchern, etwa Sportlern, Jägern, Velofahrern und Ruhesuchenden, entwickeln.

Alle Informationen unter www.wald11.sg.ch

Bild: kathrin reimann

Bild: kathrin reimann

Aktuelle Nachrichten