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«Erholen geht nur auswärts»

Silvan Meile
Manuela Kurz mit ihren Legehennen. (Bild: Reto Martin)

Manuela Kurz mit ihren Legehennen. (Bild: Reto Martin)

Hof der Familie Kurz Klingenberg, Homburg, 19 Hektar Nutzfläche, Eier-Pro­duzenten, Acker- und Obstbau, 11000 Legehennen, 12 Aufzuchtrinder, ÖLN-Produktion, 546 Meter über Meer, Manuela und Daniel Kurz mit drei Kindern sowie Schwiegervater, ein Teilzeitangestellter und ein Lehrling.

Der Oberaacher Maskenball hat das Leben von Manuela Kurz verändert. Dort hat sie ihren heutigen Ehemann kennen gelernt. Die Liebe, die da begann, machte sie schliesslich zur Bäuerin. «Ich bin nicht ins kalte Wasser geworfen worden, sondern in meine Rolle reingewachsen», erzählt die gelernte Primarlehrerin im Bauernhaus in Homburg. Schon während ihrer Zeit am Lehrerseminar in Kreuzlingen hat die junge Frau am Wochenende ihrem künftigen Mann im Stall geholfen. «Ich habe damals gelernt, was es bedeutet, Bäuerin zu sein», sagt sie. Zwei Jahre unterrichtete sie, drückte später an der Bäuerinnenschule auf dem Arenenberg selber wieder die Schulbank und bekam vor allem Freude an der Floristik. «Die jungen Bäuerinnen stehen im Spannungsfeld zwischen Betrieb, Familie und Arbeiten ausserhalb», sagt die dreifache Mutter. Ihnen stelle sich die Frage, ob sie ihren Beruf behalten oder alles für die Landwirtschaft hergeben sollen. Sie hat ihren Beruf als Lehrerin vorerst zurückgestellt. «Für mich war klar, die Familie und der Betrieb brauchen mich zu Hause.» Als Ausgleich sind ihre Engagements wie die Mithilfe beim Landfrauen-Apéro-Service, die Bauernhofspielgruppe und der Kreativ-Workshop auf dem eigenen Hof wichtig.

Der Hof, eingebettet im Grünen, unweit des Schlosses Klingenberg, bietet eine herrliche Sicht auf den Alpstein. Mitten in der Natur zu wohnen, die Jahreszeiten intensiv zu erleben, sei das Schönste am Bäuerinnensein. Dazu kommen Freiheit und Selbstbestimmung. Die Jungbäuerin schwärmt am Küchentisch von den schönen Sonnenuntergängen hier oben. Doch es gibt auch Schattenseiten. «Feierabend ist ein schwieriges Thema. Spontan verreisen? Fehlanzeige!» Bauernbetrieb und Familienleben fliessen ineinander. Technische Pannen oder tierische Notfälle nehmen keine Rücksicht auf Feiertage. «Richtig erholen geht nur auswärts», sagt die Bäuerin. Zwei Wochen pro Jahr leistet sich die junge Familie Ferien. Eine im Winter zum Skifahren, eine im Sommer.

«Die schönen Seiten beim Bauern überwiegen»

Die romantische Bauernidylle mit der Familie, die oft zusammen ist, birgt aber auch Gefahren. «Bäuerinnen müssen aufpassen, in ihrem eigenen Mikrokosmos am Puls der Zeit zu bleiben», sagt Manuela Kurz. Sie besucht deshalb laufend Kurse, und gibt selber welche: etwa als Fitnessinstruktorin oder im Bereich Adventsfloristik. Im Austausch mit landwirtschaftsfremden Kolleginnen relativieren sich die eigenen Sorgen. Deshalb ist für Manuela Kurz klar: Auch wenn das Bauern streng ist, die schönen Seiten überwiegen.

Silvan Meile

silvan.meile@thurgauerzeitung.ch

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