Erdgletscher, Goldwäscher und Unken

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Das Goldachtobel, seit 2003 als Aue unter nationalem Schutz, gilt als geologisch spannende und dynamische Landschaft. Erst recht im Abschnitt zwischen Goldach und Untereggen: Der 600 Meter lange Erdgletscher im Rantelwald gleitet ähnlich wie ein Eisgletscher jährlich mehrere Meter. Er schafft sogar Gletscherspalten von zwei Metern Tiefe; nicht ungefährlich für tapsige Menschen, aber ideal für Jungfrösche. Die Erdbewegungen sind der Grund, warum öfters Brücken und Wegstücke einstürzen und Zivilschützer gefordert sind. Im urwüchsigen Tobel lässt es sich prima klettern und rutschen, baden und bräteln; nebst Eiszeitrelikten sind frühindustrielle Spuren zu entdecken. Längst verschwunden ist die Beiz mit Forellenzucht in der Lochmüli: An ihrer Stelle hat Pro Natura Tümpel gestaltet, in denen man mit Glück Unken, Geburtshelferkröten und Ringelnattern findet. Im Sommer ist im Fluss, wo wieder Forellen laichen, auch das Goldwaschen erlaubt. Dynamisch schon der Tobeleinstieg bei der Bruggmühle: Der dortige Vita Parcours gehört zu den schönsten der Region. (mel)