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Kommentar

Er hat die Bodenhaftung verloren: Wieso David H. Bon abgewählt wurde

David H. Bon hat die Meinung von (externen) Experten zuletzt viel höher gewichtet als diejenige von einfachen Menschen in Romanshorn. Nun übernimmt der parteilose Roger Martin das Stadtpräsidium in Romanshorn.
Markus Schoch
Markus Schoch. (Bild: Reto Martin)

Markus Schoch. (Bild: Reto Martin)

David H. Bon hat Norbert Senn vor acht Jahren aus dem Amt gedrängt. Nun passiert dem FDP-Mann das gleiche wie seinem Vorgänger von der CVP. Die Wähler wollen wieder einen Wechsel an der Spitze der Stadt. Richten soll es diesmal der parteilose Roger Martin aus Salmsach. Ironie der Geschichte: Bon kritisierte seinerzeit den Führungsstil von Senn und stand zuletzt genau aus dem identischen Grund auch in der Kritik. Dem 52-Jährigen wird vorgeworfen, für die vielen Personalwechsel im Stadthaus verantwortlich zu sein und weit über die Köpfe der Bevölkerung hinweg zu politisieren. Nicht von ungefähr heisst das zentrale Versprechen von Martin, für ein «menschliches und starkes Romanshorn» einzustehen.

Bon ist auf einem Ohr taub - als Folge einer Infektion. Mit dem anderen hört er seinen Gesprächspartnern aber genau zu. Sein Problem, das ihm jetzt zum Verhängnis geworden ist: Die Meinung von (externen) Experten hat er zuletzt viel höher gewichtet als diejenige von einfachen Menschen in Romanshorn, denen die Planspiele zunehmend als Phantasterei vorkamen. Bestes Beispiel dafür sind die lange Brücke über die Gleise an den See oder die Verschiebung des Bahnhofgebäudes. Von der Fachwelt gab es Applaus, viele Romanshorner schüttelten aber nur noch den Kopf.

Dabei tat Stadtpräsident Bon immer nur das, was Wahlkämpfer Bon bereits 2010 erzählt hatte: Es brauche einen umfassenden Denk- und Planungsansatz, sagte er damals. Das zentrale Thema müsse die langfristige Stadtentwicklung sein. Mit dem Blick weit in die Zukunft verlor Bon aber mehr und mehr das Hier und Jetzt aus den Augen. «Lasst uns mit der Aufwertung unseres Ortszentrums beginnen und dank Sofortmassnahmen endlich Nägel mit Köpfen machen», rief er den Romanshornern einst zu. Es seien nicht nur die grossen Würfe, «die uns weiter bringen». Doch viel gegangen ist nicht in dieser Richtung. Das Zentrum blutet aus. Aber Bon hat nicht alles falsch gemacht. Das Wahlresultat ist viel schlechter als die Arbeit, die er geleistet hat.

Roger Martin mag ein anderer Typ Mensch sein. Messen wird ihn die Bevölkerung letztlich an den Taten. Vom Stadtrat kann er (noch) nicht viel Hilfe erwarten. Sechs der acht Mitglieder sind neu. Gleichzeitig wird er ganz schnell den Atem der FDP im Nacken spüren, die ihm nichts durchgehen lassen wird. Die Zeiten in Romanshorn dürften unruhig bleiben.

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