Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kein Nationalratspräsident aus Ausserrhoden: David Zuberbühler verliert die Wahl gegen den Bündner Heinz Brand

Die SVP-Fraktion im Bundeshaus hat entschieden: In zwei Jahren wird der Bündner Heinz Brand Nationalratspräsident. Der Ausserrhoder David Zuberbühler schaffte es aber bis in den Schlussgang.
Adrian Vögele, Bern
David Zuberbühler am Rednerpult im Nationalratssaal. (KEYSTONE/Anthony Anex)

David Zuberbühler am Rednerpult im Nationalratssaal. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Enttäuscht ist er nicht: "Ich bin sehr stolz, dass ich es so weit geschafft habe", sagt der Ausserrhoder SVP-Nationalrat David Zuberbühler nach der Fraktionssitzung am Dienstagnachmittag. Vier Kandidaten bewarben sich darum, in zwei Jahren für die SVP das Nationalratspräsidium zu übernehmen. Nebst Zuberbühler stellten sich der Berner Andreas Aebi, der Bündner Heinz Brand und der Freiburger Pierre-André Page zur Wahl. Vier Wahlgänge waren nötig. Zuberbühler schaffte es bis in den Schlussgang und unterlag schliesslich mit 21 zu 31 Stimmen gegen Heinz Brand. Im ersten Wahlgang lag der Ausserrhoder noch vorne: Er machte 15 Stimmen und liess damit die anderen drei Bewerber hinter sich. "Natürlich ist es schade, dass es nicht ganz gereicht hat", sagt Zuberbühler. "Ich hätte gerne als Nationalratspräsident die Ostschweiz vertreten." Aber auf dem guten Wahlergebnis lasse sich aufbauen. "Ich werde es voraussichtlich zu einem späteren Zeitpunkt wieder probieren."

Vor der Fraktionssitzung hatten sich Ostschweizer Fraktionskollegen zu Zuberbühlers Kandidatur geäussert: "Er ist sicher nicht der Favorit", räumte Toni Brunner ein. "Aber er hat Aussenseiter-Chancen." Wenn David Zuberbühler in den Schlussgang komme, sei das ein Erfolg - aber es sei auch nicht ausgeschlossen, dass er die Wahl gewinne. Der Ausserrhoder verkörpere mit seiner Ruhe und Seriosität typische Ostschweizer Tugenden. "Für das Nationalratspräsidium sind vor allem drei Dinge wichtig: Man muss repräsentieren und führen können - und man muss die Menschen gern haben." All das treffe auf Zuberbühler zu. Mangelnde Erfahrung im Nationalrat sei nicht das Problem: "Jeder hier im Saal könnte die Funktion des Präsidenten erfüllen", ist Brunner überzeugt. Dafür würden im Hintergrund Drehbücher geschrieben, denen man nur zu folgen brauche.

Kein Bonus für die Wahlen

Auch Roland Büchel sagte, Zuberbühler könne mit seiner seriösen Art punkten. "Wenn er sich heute Nachmittag in der Fraktion gut präsentiert, kann er es in den Schlussgang schaffen. Ich unterstütze ihn auf jeden Fall bis zuletzt."

Lukas Reimann zeigte sich etwas weniger optimistisch: Mit dem Nationalratspräsidium würden in der Regel jene belohnt, die schon länger im Rat tätig seien. "Als Ostschweizer gebe ich natürlich David Zuberbühler meine Stimme." Doch Favorit sei aus seiner Sicht Andreas Aebi, sagte Reimann. Er selber könnte sich nicht vorstellen, für das Präsidium zu kandidieren - "weil man während drei Jahren auf das aktive Politisieren verzichten muss, zuerst als Vize und dann als Präsident".

Wäre Zuberbühler am Dienstag als 2. Vizepräsident des Nationalrats gewählt worden und damit auf das Präsidentenamt eingespurt, hätte das seine Chancen auf eine Wiederwahl in den Nationalrat im kommenden Jahr erhöhen können: Ausserrhoden hatte seit fast hundert Jahren keinen Nationalratspräsidenten mehr. Allerdings gilt es als sicher, dass die Ausserrhoder FDP den verlorenen Sitz zurückerobern will. "Wenn die Freisinnigen einen bereits gesetzten Nationalratspräsidenten angreifen, wäre das fast ein Angriff auf die Institution", so Toni Brunner.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.