Bilanz nach dem Open Air 2017: Weniger Abfall als zu Hause

Am Open Air Frauenfeld blieb gleich viel Abfall liegen wie im Vorjahr. Die Veranstalter sehen aber weiterhin Verbesserungspotenzial.

Donat Beerli
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Zurückgelassener Abfall am Open Air Frauenfeld. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Zurückgelassener Abfall am Open Air Frauenfeld. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Die Meinung ist weit verbreitet: Festivalbesucher produzieren mehr Abfall als sonst jemand. «Aber sie ist falsch», sagt Rolf Schwery. Zumindest, was das Open Air Frauenfeld betrifft. Diesem steht Schwery als Umweltberater zur Seite. Gemäss den Organisatoren wurden während vier Tagen rund 283 Tonnen Abfall produziert. Bei 170000 Besuchern macht das gut 1,6 Kilogramm Abfall pro Person. «Damit liegen wir im Bereich des vergangenen Jahres, aber unter dem Alltagsschnitt», sagt Schwery. Tatsächlich produzieren Herr und Frau Schweizer rund 2 Kilogramm Abfall pro Tag.

Erfreulich ist für Schwery vor allem die Rezyklierrate – rund 16 Prozent in diesem Jahr. «Ein Drittel mehr als im Vorjahr, das ist ein schöner Trend.» Am liebsten wären ihm 20 Prozent, dort liegt sein angestrebtes Ziel. Der Anteil an nicht wiederverwertbarem Abfall macht am diesjährigen Open Air Frauenfeld rund 238 Tonnen aus, 45 Tonnen wurden als rezyklierbare Wertstoffe separat entsorgt. Darunter befinden sich unter anderem 3 Tonnen Karton, 3,5 Tonnen Glasflaschen und nochmals so viele PET-Flaschen. Ebenfalls als Wertstoff wurden bereits auf dem Gelände 25,7 Tonnen Eisen aussortiert. Das Eisen stamme fast ausschliesslich von Zeltstangen der Pavillons, teilt das OK mit.

Im Vergleich mit anderen Schweizer Festivals liege das Frauenfelder Open Air bezüglich Abfallproduktion im Mittelfeld, sagt Umweltberater Rolf Schwery. Das Thema Abfall sei nach wie vor ein Tabu. Am St. Galler Open Air wurden dieses Jahr laut Veranstaltern 200 Tonnen Abfall liegen gelassen – bei 107000 Besuchern im Sittertobel.

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