Entscheid
Umstrittener Abtwiler Arzt erhebt Beschwerde gegen «Kassensturz»-Sendung – und unterliegt: Jetzt will er vors Bundesgericht

In zwei «Kassensturz»-Sendungen hatten Angehörige von Krebspatienten Vorwürfe gegen den Abtwiler Arzt Manfred Doepp erhoben. Er reichte Beschwerde gegen die Beiträge bei der Unabhängigen Beschwerdestelle für Radio und Fernsehen ein – und wird abgewiesen. Er will «diese Ungerechtigkeit nicht stehen lassen» und zieht den Entscheid weiter.

Regula Weik 3 Kommentare
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Der Abtwiler Arzt Manfred Doepp, zugeschaltet in der «Kassensturz-»Sendung.

Der Abtwiler Arzt Manfred Doepp, zugeschaltet in der «Kassensturz-»Sendung.

Bild: Screenshot SRF

Die Vorwürfe sind happig: Der Abtwiler Arzt Manfred Doepp soll einen Krebspatienten falsch behandelt haben. Diese Aussage machten Angehörige in der Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens. Einige Monate nach der Behandlung durch den Abtwiler Nuklearmediziner und Experten für Energiemedizin war der Krebspatient verstorben. Nach der Sendung meldete sich eine St.Galler Mutter: «Auch meine Tochter wurde von diesem Arzt behandelt. Auch sie hatte Krebs. Und auch sie hätte einen Chance zum Weiterleben gehabt.» Sie wolle andere Patientinnen und Patienten davor warnen, ihn aufzusuchen. Die Frau äusserte sich dann auch in einem zweiten Beitrag das Konsumentenmagazins.

Der Arzt wehrt sich seither gegen die Anschuldigungen. Die Vorwürfe seien «unkorrekt». Beide Patienten hätten jede schulmedizinische Behandlung abgelehnt, hielt er im Frühling fest. Seine Patienten erhielten immer sein «Krebskonzept», dazu gehörten Therapien aus der Naturheilkunde, aber auch die Chemotherapie. Auf Anfrage hatte er damals erklärt: «Ich bin Nuklearmediziner und Onkologe, kein Bioresonanz-Fetischist.» Die Fernsehsendung sei eine «tendenziöse Verunglimpfung».

«Tendenziös, verurteilend und unvollständig»

Der Arzt liess die Vorwürfe denn auch nicht auf sich sitzen: Er gelangte an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) und erhob Beschwerde gegen die beiden «Kassensturz»-Sendungen. Er rügte die Beiträge als «tendenziös, verurteilend und unvollständig». Nun ist das Ergebnis der Beratung der UBI bekannt: Sie weist seine Beschwerden ab; in der zweiten Sendung habe der Arzt seine Sicht der Dinge umfassend darlegen können.

Doepp reagiert sofort und teilt mit: «Natürlich werde ich diese Ungerechtigkeit nicht stehen lassen, sondern ans Bundesgericht weiterziehen.» Die Beschlussfassung der Beschwerdeinstanz werde sich «als Pyrrhus-Sieg für die SRG» erweisen. Die beiden Sendungen seien «voreingenommen» gewesen. «Meine Persönlichkeitsrechte und fachlichen Kompetenzen wurden in den Dreck gezogen.»

Und auch das Ergebnis der Beratung der Beschwerdeinstanz habe «schon vorher festgestanden - es handelte sich um ein Schauspiel». Er könne jedem, der sich dafür interessiere, anhand vieler deutscher und internationaler Publikationen nachweisen, dass er «ein international anerkannter Wissenschafter» sei.

Verfahren des Kantons läuft noch

Das St.Galler Gesundheitsdepartement hatte im Februar kurzen Prozess gemacht: Es hatte postwendend auf die in der «Kassensturz»-Sendung erhobenen Vorwürfe reagiert und ein aufsichtsrechtliches Verfahren gegen den Arzt eröffnet. Eine Nachfrage beim Departement zeigt: Das Verfahren ist auch acht Monate nach Eröffnung noch nicht abgeschlossen. Die Abklärungen liefen noch, heisst es. Deshalb gibt es auch keine weiteren Auskünfte zum Fall.

Auch die Schweizerische Stiftung für Komplementärmedizin hatte sofort reagiert. Sie löste Doepps Anerkennung als Therapeut auf. Aus dem Fernsehbeitrag gehe hervor, dass er gegen mehrere ihrer ethischen Richtlinien verstossen habe.

Doepp praktiziert seit 2012 in St.Gallen. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes gibt das Gesundheitsdepartement keine Auskünfte, ob es schon früher Beanstandungen oder Beschwerden gegen den Arzt und seine Behandlungsmethoden gegeben hat. Bis zum Abschluss des Verfahrens kann der 75-Jährige uneingeschränkt weiter praktizieren.

3 Kommentare
Thomas Mollet

Ist doch ein alter bekannter. Gibt doch diesen  "Gesundheitssender" in dem Herr doepp zusammen mit Herrn Reinwald zusammen phantastische Szenarien entwerfen um ihre Produkte zu verkaufen. Beinahe vergessen Herr Reinwald durfte für 4 Jahre wegen Betruges in einer Justizvollzugsanstalt verbringen. Dann gibt's da noch den Herrn Dahlke dem die Approbation entzogen wurde auch er ist ein spezi von Herrn doepp. Tja diese Art der Aufklärung mag ich....da schütteln ich nur den Kopf. Finde manchmal sind die Opfer durch ihren Glauben gestraft das sie solchen Scharlatane folgen

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