Entscheid über Seeuferweg im 2019

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Vorschüttungen Pikanter Zufall: Das feudale Anwesen des Schönheitschirurgen ist just zur gleichen Zeit auf dem Immobilienmarkt, da der umstrittene Seeuferweg durch das Rorschacherberger Neuseeland definitiv aufgegleist wird. Die Geschichte des einst von Kanton und Gemeinde geplanten Wegs ist lang: Noch 1993 hatte der damalige Gemeindepräsident Ernst Tobler bekräftigt, die neu eröffnete Bade- und Hafenanlage Hörnlibuck mittels eines Seeuferwegs mit dem Strandbad Rorschach zu verbinden. Ein Jahrzehnt später entschieden Tobler und der Gemeinderat jedoch, auf den Weg im «unbedeutenden Abschnitt» zu verzichten. Die Gemeinde strich den Seeuferweg 2003 aus ihrem Richtplan und freute sich gleichzeitig über den Verkauf von Neuseeland-Grundstücken an vermögende Zuzüger. Als das Thema Uferweg 2010 wieder auf den Tisch kam, gab es rote Köpfe: Die Grundstückbesitzer waren verärgert, allen voran der auf Diskretion bedachte Mang, der unserer Zeitung damals sagte, er hätte die Parzelle «nie gekauft», wenn «hier jeder durchlaufen» könne. Auf der anderen Seite erinnerten einige Rorschacherberger an das frühere Versprechen und forderten von den düpierten Kantonsbehörden eine Realisierung des Wegs, etwa mittels der teilweise eingetragenen Wegrechte. Seither gab es mehrfach heftige Debatten, etliche Drohgebärden und manche Anläufe für einen Seeuferweg; mittlerweile interessiert sich auch die Organisation Rives publiques für diesen Bodenseeabschnitt. Die Idee für einen Steg für netto 3,5 Millionen Franken Gemeindekosten wurde 2015 vom Stimmvolk wuchtig abgelehnt, doch ergab eine Umfrage unter der Einwohnerschaft weiterhin eine Mehrheit für einen Uferweg nah am Wasser. Nun hat eine Arbeitsgruppe mit Vertretern der Ortsparteien, Anstösser, kantonalen Amtsstellen, Uferwegbefürworter und des Gemeinderats eine neue Variante ausgebrütet und von einem Ingenieurbüro prüfen lassen: Demnach scheint eine Kombination aus Anschüttungen ans Ufer, Schüttungen in den See (Inseln) sowie Stegelementen «am besten umsetzbar». Nach erneuten Gesprächen mit den Anwohnern soll das festgelegte Projekt laut Gemeindepräsident Beat Hirs im Mai vorgestellt und dem Kanton zur Vorprüfung eingereicht werden. Entschieden wird voraussichtlich im Februar 2019 an der Urne. Bei einem Ja folgt die öffentliche Bauauflage und könnten die Rechtsverfahren den Bau um fünf bis zehn Jahre hinauszögern, sagt Hirs. Im Falle eines Neins sei ein Seeuferweg aber «in dieser Generation ausgeschlossen». (mel)