«Engagement als fleissiger Politiker»: Paul Schlegel verteidigt sich

Nach den jüngsten Vorwürfen reagiert der Werdenberger Unternehmer mit einer persönlichen Stellungnahme. Darin streicht er seine Verdienste heraus – und fordert eine neue Chance.

Andri Rostetter
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«Einiges machte ich besser, anderes schlechter»: Paul Schlegel.(Bild: Heini Schwendener)

«Einiges machte ich besser, anderes schlechter»: Paul Schlegel.
(Bild: Heini Schwendener)

Der Werdenberger Unternehmer Paul Schlegel steht weiterhin im Zwielicht. Das Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland hat über zwei Firmen Schlegels den Konkurs ­eröffnet. Nachdem erneut schwere Vorwürfe im Zusammenhang mit Schlegels Geschäftsgebaren öffentlich wurden, meldet sich der Betroffene nun selber zu Wort.

In einer Stellungnahme, die unserer Zeitung vorliegt, schreibt Schlegel: «Als Unternehmer und Politiker war ich jahrelang im Kanton St.Gallen aktiv. Einiges machte ich besser, anderes schlechter. Insbesondere in der Region Werdenberg profitierten einige öffentliche Institutionen, dass sie heute so, wie sie sind, dastehen.» Seine Unternehmen hätten unter seinem «Engagement als fleissiger Politiker» gelitten, so Schlegel.

Für die Fehler entschuldige er sich, die «erlebten Ungerechtigkeiten und Schadenfreuden» seien eine schmerzliche Erfahrung gewesen. Schlegel sieht aber vor allem die Medien als Schul­dige. Die negative Berichterstattung hätte ihm geschadet. «Diese Beiträge machten es nicht einfacher, die Unternehmen gesunden zu lassen.»

Dass die ersten Berichte erst erschienen, als er bereits Dutzende Betreibungen am Hals hatte, erwähnt er nicht. Dafür verweist er auf seine – erfolglosen – Bemühungen, seine Geschäfte in Ordnung zu bringen. Und er hofft auf einen Neu­beginn: «Ich möchte mich auch in Zukunft engagiert einsetzen. Das bedingt jedoch, dass Sie mir eine Chance geben.» Ob Schlegel diese Chance noch bekommt, ist nach den jüngsten Ereignissen mehr als fraglich.

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