Energiewende und verdichtetes Bauen bedrohen Denkmalschutz

Energiewende und innere Verdichtung setzen den Baudenkmälern zu. Denkmalpfleger sorgen sich um die Schönheit der Dorfbilder.

David Scarano
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Der geschützte Brühlhof in Herisau soll einer Überbauung weichen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der geschützte Brühlhof in Herisau soll einer Überbauung weichen. (Bild: Hanspeter Schiess)

Der Brühlhof in Herisau ist ein herrschaftliches Landhaus aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts. Das gelbe Gebäude mit grosszügiger Gartenanlage steht unter Denkmalschutz – derzeit noch. Der Gemeinderat will es aus dem Schutz entlassen, es soll einer Überbauung mit Shoppingcenter, Wohnungen und Restaurant weichen. Doch Widerstand hat sich formiert, mehrere Einsprachen sind hängig. Der Zeuge der Textilblüte soll nicht geopfert werden.

Der Brühlhof ist kein Einzelfall – er gesellt sich zur Villa Wiesental in der Stadt St.Gallen, zum Konventgebäude des Kapuzinerklosters in Appenzell oder auch zur 200jährigen Liegenschaft im Thurgauischen Altnau. Bei allen gibt oder gab es heftig diskutierte Bestrebungen, sie durch einen Neubau zu ersetzen – und sie stehen stellvertretend für die gesellschaftliche Entwicklung, die Baudenkmälern derzeit zusetzt, nicht nur in der Ostschweiz.

«Der Denkmalschutz ist unter Druck geraten. Auch wegen des anhaltenden Bevölkerungswachstums wird er sowohl in urbanen wie auch in ländlichen Gebieten vermehrt in Frage gestellt», sagt Peter Omachen gegenüber der Ostschweiz am Sonntag. Er ist Präsident der Konferenz Schweizer Denkmalpflegerinnen und Denkmalpfleger KSD. Seine Einschätzung teilt Niklaus Ledergerber, Denkmalpfleger in der Stadt St.Gallen sowie Präsident der Innerrhoder Denkmalpflegekommission. Als Treiber dieser Entwicklung nennt er «neue raumplanerischen Überlegungen» – also das verdichtete Bauen – sowie die «Energiewende, die vermehrt Sanierungen auslöst».

Mehr zum Thema in der Ostschweiz am Sonntag vom 2. Februar.

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