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Baden-Württemberg reagiert unterkühlt auf thermische Nutzung des Bodensees

Bei den deutschen Nachbarn wird das Heizen und Kühlen mit Seewasser nicht forciert. Dies im Unterschied zur Schweiz.
Christoph Zweili
Im Bodensee steckt viel Energie. (Hubert Wegmann)

Im Bodensee steckt viel Energie. (Hubert Wegmann)

Seen wie der Bodensee und grosse Flüsse bergen ein riesiges Wärmepotenzial, das sich ohne Schaden für die Umwelt anzapfen lässt. Dies zeigen Studien der Eidgenössischen Wasserforschungsinstituts Eawag und dies zeigen Beispiele in Romanshorn, wo es seit 1982 einen mit Seewasser betriebenen Wärmeverbund rund um die Kantonsschule Romanshorn gibt.

In der Hafenstadt wird neu auch eine Neubausiedlung mit 165 Wohnungen mit Seewasser im Winter geheizt und im Sommer gekühlt. Während die Kantone St.Gallen und Thurgau auf politischen Druck ihrer Parlamente die thermische Nutzung des Bodensees vorantreiben wollen, um die Kohlendioxid-Emissionen der Gebäude zu senken, reagiert das Land Baden-Württemberg unterkühlt auf die Pläne aus der Schweiz, wie der «Südkurier» in der heutigen Ausgabe schreibt.

Nur wenige Projekte am deutschen Ufer umgesetzt

Das Landesumweltministerium in Stuttgart stehe einer thermischen Nutzung des Bodensees «grundsätzlich positiv» gegenüber, teilt ein Sprecher auf Anfrage mit. Bereits 2014 wurde in Baden-Württemberg über entsprechende Pilotprojekte am Bodensee diskutiert – umgesetzt wurden davon bisher keine. Einzig die Motoren- und Turbinen-Union Friedrichshafen MTU, die zu den führenden Herstellern von Grossdieselmotoren gehört, und die Universität Konstanz nutzen in grösserem Massstab Seewasser. Das geschieht allerdings schon seit Jahrzehnten und nur zur Kühlung von Maschinen oder Computerzentren. Auch die Meersburger Therme habe 2017 geplant, Seewärme zu nutzen,

«das Projekt versandete jedoch»

heisst es im Südkurier.

Das baden-württembergische Umweltministerium sieht den Grund in der Wärmegewinnung, die beim jetzigen Technikstand «sehr grosse Anfangsinvestitionen» erfordere. Wie sich der Kohlendioxid-Ausstoss durch die thermische Nutzung des Bodensees verringern liesse, lasse sich derzeit nicht sagen. Forciert werde das Thema in Baden-Württemberg daher nicht.

Alfred Wüest.

Alfred Wüest.

Alfred Wüest, Experte für Aquatische Physik am Eawag, spricht zwar auch von hohen Investitionskosten, «der Betrieb danach aber ist günstig» Die teure Erschliessung sei aber wohl der Grund, warum die Seen noch nicht vermehrt angezapft würden.

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