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Endloses Hoffen und Bangen

Im Januar 2004 ist der Romanshorner Günther Neururer von einem Tag auf den anderen nicht mehr nach Hause gekommen. Auch nach zehn Jahren fehlt jede Spur von ihm. Er ist nur einer von mehreren vermissten Personen in den Kantonen Thurgau und St.Gallen.
Christa Kamm-Sager
Dieses Bild von Günther Neururer wurde vor zehn Jahren in den Medien veröffentlicht. (Bild: pd)

Dieses Bild von Günther Neururer wurde vor zehn Jahren in den Medien veröffentlicht. (Bild: pd)

Sechs Personen sind auf der Website der Kantonspolizei Thurgau als vermisst aufgeführt – eine von ihnen ist Günther Neururer. Der Romanshorner verschwand vor zehn Jahren spurlos. Der damals 46jährige Buchhalter verliess das Haus an einem frühen Samstagabend zu Fuss und kam nie mehr zurück.

Diese Fälle verjähren nicht
Maximal 15 Jahre lang bleiben vermisste Personen auf internationalen Fahndungslisten ausgeschrieben. Im Gegensatz dazu verjähren bei der Kantonspolizei Fälle von vermissten Personen nicht. "Eine Vermisstmeldung bleibt aufrecht erhalten, hier gibt es keine Ablauffrist", sagt Mediensprecher Ernst Vogelsanger von der Thurgauer Kantonspolizei auf Anfrage. Auch Jahre nach dem Verschwinden einer Person würde man allfälligen Hinweisen nachgehen – sofern es neue Spuren seien. Allerdings sei das selten – im Falle des vermissten Günther Neururer seien schon lange keine Hinweise mehr bei der Polizei eingegangen.

Bluthunde und Taucher
Das Verschwinden von Günther Neururer bleibt ein grosses Rätsel. Am Samstagabend des 10. Januar 2004, gegen 17 Uhr, machte sich der damals 46-Jährige auf zu einem Spaziergang. Das war ungewöhnlich für den von seinen Angehörigen als äusserst pflichtbewusst und pünktlich beschriebenen Mann. Er sei selten alleine und zu Fuss aus dem Haus gegangen, liessen sich die Angehörigen vor zehn Jahren zitieren.

Dieses Bild von Günther Neururer wurde vor zehn Jahren in den Medien veröffentlicht. (Bild: pd)

Dieses Bild von Günther Neururer wurde vor zehn Jahren in den Medien veröffentlicht. (Bild: pd)

Als er nicht zurückkehrte, fing seine Familie an, ihn zu suchen und wollte ihn auf dem Handy erreichen. Es läutete zwar, aber niemand meldete sich. Alles Suchen blieb ergebnislos. Am nächsten Morgen setzte die mittlerweile alarmierte Polizei die Suche nach dem Vermissten mit verstärkten Mitteln fort. Ein Bluthund wurde eingesetzt, er folgte einer Fährte, die am Seeufer endete. Es wurde im See nach dem verschwundenen Mann getaucht, Wälder der Umgebung wurden abgesucht, und die Vermisstmeldung kam im Fernsehen und in verschiedenen Zeitungen. Ohne Ergebnis. Bis heute.

Ratlose Frau und zwei Kinder
Ohne vorheriges Anzeichen verschwand auch der Weinfelder Eduard Näf. Am 22. Juni 2010 war sein letztes Lebenszeichen ein SMS. "Das Auto steht in Lugano-Paradiso. Sorry für alles, ich bin schuld", schrieb er und liess eine ratlose Frau und zwei Kinder zurück.

Verschollenerklärung
Ist eine Person vermisst, aber nicht als tot erklärt, bleibt für die Angehörigen vieles im Unklaren, beispielsweise rund um Versicherungs- oder Sozialleistungen. Wird eine Person nach "hoher Todesgefahr" - beispielsweise nach einer Naturkatastrophe - vermisst, kann nach einem Jahr ein Gesuch gestellt werden, die Person als verschollen zu erklären. Nach einem weiteren Jahr ist die Verschollenerklärung möglich.

Der andere Fall ist laut Zivilgesetzbuch (ZGB) die lange nachrichtenlose Abwesenheit. In diesem Fall kommt eine Verschollenerklärung erst fünf Jahre nach der letzten Nachricht plus einem weiteren Wartejahr in Betracht. Nach der Verschollenerklärung können gemäss ZGB alle aus dem Tode abgeleiteten Rechte geltend gemacht und beispielweise eine Ehe aufgelöst werden.

14 Personen bleiben gesucht

Seit Oktober 2010 ist der Segler Alexander Schwyn aus Romanshorn nach einem Segeltörn nicht wieder heimgekehrt. Er ist einer von sechs Personen, die auf der Website der Kantonspolizei Thurgau aufgeführt sind. Auch vom Weinfelder Eugen Näf fehlt seit Juni 2010 jede Spur - sein Auto wurde im Tessin gefunden. Seit November 2007 gibt es kein Lebenszeichen mehr von Alois Koch. Das Auto des Unternehmers wurde auf dem Areal der ehemaligen Papierfabrik Bischofszell gefunden, alle Suchaktionen der Kantonspolizei Thurgau mit Einsatz von Hunden und Tauchern blieben ergebnislos. Von Peter Rieder aus Wigoltingen fehlt seit einem Studienaufenthalt auf Zypern jede Spur. Am 28. Juli 1999 wurde er das letzte Mal gesehen, und bis heute fehlt gemäss Vermisstmeldung auf der Webseite der Kapo Thurgau jeder Hinweis auf seinen Verbleib. Ebenfalls noch aufgeführt ist der Fall des verschwundenen Mädchens Edith Trittenbass. Das damals achtjährige Kind aus Wetzikon kam am 3. Mai 1986 nie im Schulhaus Wolfikon an und wird seither vermisst.

Auch die Kantonspolizei St.Gallen führt auf ihrer Website Personen auf, die vermisst sind und nie gefunden wurden. Unter den acht Vermisstmeldungen fehlt am längsten jede Spur von Janine Berger und Margaretha Franceschi-Poletti. Beide sind seit 1999 spurlos verschwunden. Seit 2001 fehlt von Manuel Fernando aus Vilters jedes Lebenszeichen. Im Mai 2008 wurde Pamela Nauer aus Wil das letzte Mal gesehen. Nie zurückgekehrt von einer Bergtour im Engadin sind im August 2008 Petra Cermak und Jakob Bacchini. Hans-Peter Bietenhader aus Waldkirch verschwand im September 2012, und Anton Rinderer wurde seit dem 1. Juni 2013 nie mehr gesehen – sein Heimweg ging entlang des Dorfbachs, der an diesem Tag Hochwasser führte. (chs)

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