Endlich verfügbar: Ab Ende Woche sollen Schnelltests überall eingesetzt werden

Ende Woche sollen die Schnelltests im Kanton St. Gallen grossflächig eingesetzt werden. Sie kommen bei leichten Symptomen und in der Anfangsphase der Krankheit zum Zug. Um die Hausärzte zu entlasten, werden 21 Schwerpunktpraxen eingerichtet.

Elias Hostettler
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80'000 Schnelltests stehen dem Kanton St. Gallen ab November monatlich zur Verfügung.

80'000 Schnelltests stehen dem Kanton St. Gallen ab November monatlich zur Verfügung.

Bild: Ennio Leanza / KEYSTONE

Seit Montag sind in der ganzen Schweiz Schnelltests zugelassen. 50'000 Tests täglich stehen laut Bundesrat zur Verfügung. Der Kanton St. Gallen erhält ab November ein monatliches Kontingent von 80'000 Schnelltests, wie die Kantonsärztin Danuta Zemp an der Medienkonferenz vom Dienstag erklärt. «Und das sollte in den nächsten Monaten so weitergehen.»

Schwierig gestaltet sich allerdings noch die Verteilung. Obwohl die Tests zugelassen sind, kamen sie bisher erst in den Akutspitälern zum Einsatz. Der Kanton habe seine Vorbereitung geleistet, sagt Zemp.

«Was wir vorbereiten können, haben wir getan, die Ärzte sind schon längst informiert. Wir warten auf die Verteillogistik, das Problem liegt eigentlich bei den zwei Herstellern.»

Die Schweiz bezieht ihre Schnelltests beim Basler Pharmakonzern Roche und der amerikanischen Firma Abbott. Für Personen, die die vom Bundesamt für Gesundheit definierten Kriterien erfüllen, übernimmt der Bund die Kosten.

Einführung von Schwerpunktpraxen

Gemäss Zemp werden im Kanton St. Gallen aktuell rund 2000 PCR-Tests pro Tag durchgeführt. Diese Zahl wird mit der Einsetzung der Schnelltests um ein Vielfaches steigen. Nach wie vor können alle Praxen testen, deren Effort sei «enorm». Um den anhaltenden Ansturm auf die stark ausgelasteten Hausärzte abzufedern, habe man in Zusammenarbeit mit den regionalen Ärztevereinen 21 sogenannte Schwerpunktpraxen definiert. Diese werden vom Zivilschutz und den Samaritern unterstützt, sagt Zemp.

Mit 80 Tests pro Tag allein in diesen Einrichtungen sowie in vier Spitälern könne die Testkapazität verdoppelt werden. Wenn eine Hausarztpraxis überfordert ist, soll sie ihre Patienten an diese Schwerpunktpraxen verweisen. Zur Unterstützung dieser Einrichtungen, die als «Überlaufgefässe» bewusst nicht öffentlich genannt werden, sucht der Kanton medizinisches Personal. Die Kantonsärztin sagt:

«Wir sind froh um jede mithelfende Hand, auch im Stundenbereich.»

In erster Linie seien die Schnelltests für Menschen geeignet, die leichte Symptome vorweisen und sich in den ersten vier Tagen der Krankheit befinden. Mit 10 Prozent ist die Fehlerquote einiges höher als beim PCR-Verfahren. Es handle sich um ein Zusatzinstrument, bei Risikogruppen und Gesundheitspersonal werde weiterhin auf PCR-Tests zurückgegriffen. Die neuen Schnelltests seien nicht für Screenings geeignet, sagt Zemp:

«Bei asymptomatischen Personen werden sie nicht eingesetzt. Für ganze Betriebe oder Mannschaften schon gar nicht.»