Elmar Bigger will sich noch nicht festlegen

Für zwei der drei St. Galler Ständeratskandidaten könnte bei einem Wahlsieg ein Parteikollege in den Nationalrat nachrücken – wenn er oder sie denn will.

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Der Anruf aus der Redaktion erreicht Elmar Bigger im Misox. Nicht wegen seiner Abwahl als Nationalrat Ende Oktober ist der St. Galler Oberländer ins Tessin geflüchtet, sondern wegen seiner Kühe. Eigentlich stellt sich dem SVP-Politiker jetzt die Frage, ob er als erster Ersatz für Parteikollege Toni Brunner in den Nationalrat nachrücken würde, sollte der Toggenburger am 27. November die Wahl in den Ständerat schaffen. Eigentlich. Doch Elmar Bigger ist kein Freund des Konjunktivs. «Ich hirne nicht an Sachen herum, bei denen es vielleicht gar nichts zu hirnen gibt» , sagt er.

Die alten Kleider sind noch da

Dass ihm nach einer allfälligen Wahl Brunners nur noch wenig Zeit für einen Entscheid bleibt, beeindruckt Bigger nicht. Für die am 5. Dezember beginnende Wintersession in Bern wäre er bereit. «Die alten Kleider sind schnell hervorgeholt.» Wenn er denn will, eben. Ein wenig, sagt der 62-Jährige aus Vilters, habe er sich schon daran gewöhnt, nicht mehr Nationalrat zu sein.

Gysi und dann Friedl?

Eine neue Erfahrung wäre der Einzug ins Bundesparlament für Barbara Gysi. Auch ihr winkt die Möglichkeit, als erster Ersatz nachzurücken. «Sollte Paul Rechsteiner als Ständerat gewählt werden, gehe ich im Dezember nach Bern», sagte die Wilerin kürzlich, «auch wenn es nur für ein halbes Jahr sein sollte.» Die Wiler SP-Stadträtin kandidiert nämlich auch für die St. Galler Regierung. Wenn sie die Wahl zwischen den beiden Sitzen hätte, würde sie sich für die Pfalz entscheiden. «Meine Fähigkeiten kämen in der Regierung besser zum Tragen. Das heisst aber nicht, dass ich nicht auch im Nationalrat gute Arbeit leisten könnte.» Nächster Ersatz auf der SP-Liste ist die St. Galler SP-Präsidentin Claudia Friedl – das ist dann wohl nicht mehr nur für Elmar Bigger zu viel des Konjunktivs. (per)

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