Elf Kokaindealer verhaftet

Neun Männer und zwei Frauen haben in der Ostschweiz mit mindestens acht Kilogramm Kokain gehandelt. Die meisten Drogen verkauften sie in der Region Frauenfeld. Dann schlug die Polizei zu.

Ida Sandl
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Frauenfeld. Der Anfang war unspektakulär: Bei der Polizei ging ein Hinweis ein, dass im Raum Frauenfeld mit Drogen gehandelt werde. Die Ermittler fanden schnell heraus, dass es sich nicht um irgendeine Droge handelte, sondern um Kokain. Es ging auch nicht nur um einen Händler, sondern gleich um ein knappes Dutzend.

«Es war wie eine Kettenreaktion», sagt die zuständige Frauenfelder Staatsanwältin Sandra Streib. «Die Befragung führte zu jeweils neuen Verdächtigen.» Seit Juni 2010 hat die Polizei neun Männer und zwei Frauen verhaftet. Sie alle stehen im Verdacht Kokain gekauft und wieder verkauft zu haben. Mindestens 8 Kilo Kokain und 1,5 Kilo Haschisch haben die Beschuldigten zwischen März 2008 und August 2010 an ihre Kunden in der ganzen Ostschweiz verteilt.

Das Gramm für 100 Franken

Hauptumschlagplatz war die Region Frauenfeld, weiterer Schwerpunkt war die Region Zürich. Ein Gramm Kokain kostet je nach Qualität und gekaufter Menge zwischen 65 und 100 Franken, sagt Sandra Streib.

Die Beschuldigten stammen aus Italien, Mazedonien, der Schweiz und der Dominikanischen Republik. Der jüngste Täter ist 18, der älteste 63 Jahre alt. Die Männer und Frauen wohnen in den Kantonen St. Gallen, Thurgau und Zürich. Einige haben einen Schweizer Pass, andere verschiedene Aufenthalts- und Niederlassungsbewilligungen. Eine Person wurde inzwischen in ihr Heimatland ausgeschafft.

Von einem eigentlichen Drogenring möchte Sandra Streib aber nicht sprechen. Die Beteiligten würden sich zum Teil nicht einmal kennen. Es gebe mehr als einen Haupttäter. Einige sind berufstätig und betreiben den Drogenhandel in der Freizeit. Fast allen werden «Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz» vorgeworfen. Das heisst, sie haben mit mindestens 18 Gramm reinem Kokain gehandelt. Sie müssen mit Freiheitsstrafen von mindestens einem Jahr rechnen.

Bis auf einen alle wieder frei

Ein Täter befindet sich im vorzeitigen Strafvollzug, die anderen sind wieder auf freiem Fuss. Einige von ihnen sassen mehrere Tage, andere ein paar Monate in Untersuchungshaft. Alle haben ihre Taten zumindest teilweise gestanden. Bei Hausdurchsuchungen fand die Polizei etwa 800 Gramm Kokain und gegen 500 Gramm Streckmittel.

Ein grosser Fall

Für die Frauenfelder Staatsanwaltschaft handelt es sich um ein aufwendiges Drogenverfahren. «Es hat uns auch personell stark gefordert», sagt Streib.

Die Ermittlungen sind noch nicht zu Ende. Bis jetzt wurden mehr als 45 Männer und Frauen aus der ganzen Ostschweiz angezeigt. Sie alle sollen Drogen konsumiert oder gekauft haben.

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