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Elektroschock als letztes Mittel

Am frühen Sonntagmorgen hat die St. Galler Stadtpolizei erstmals einen Taser gegen eine Person eingesetzt. Der 17-Jährige hatte sich vehement gegen eine Kontrolle gewehrt. Zuvor hatte er eine Frau zu Boden geworfen, die ihm ein Getränk angeschüttet hatte.
Roman Hertler

ST. GALLEN. Der Zwischenfall ereignete sich am Sonntagmorgen um 3.30 Uhr auf dem Marktplatz in St. Gallen. Eine junge Frau und ein 17jähriger Mann stritten. Die Frau schüttete dem Mann ein Getränk an, worauf er sie zu Boden warf. Die herbeigeeilten Stadtpolizisten wollten die Personalien des jungen Mannes aufnehmen. Dieser widersetzte sich vehement. Gemäss Angaben der Stadtpolizei verweigerte er die Aushändigung seines Personalausweises und wollte sich der Kontrolle entziehen. Die Polizei nahm den Einsatzstock zur Hand, doch offenbar zeigte dieser beim «sehr grossen und korpulenten» Mann keine Wirkung. Ob Drogen oder Alkohol der Grund für die Wirkungslosigkeit waren, ist momentan noch unklar. Ein Atemlufttest ergab 0,7 Alkoholpromille.

Situation war unübersichtlich

«Hätte der Mann seinen Ausweis gezeigt, hätte er wieder gehen können», sagt Dyonis Widmer, Sprecher der Stadtpolizei. «Weil er sich aber der Kontrolle entziehen wollte, konnten wir nicht wissen, ob er etwas zu verbergen hatte. Eine Waffe beispielsweise. Die Situation war unübersichtlich.» Da der Einsatzstock seine Wirkung verfehlte, kam das Taser-Elektroschockgerät zum Einsatz, «nicht aber, ohne den Renitenten mehrmals darauf hinzuweisen, dass man vom Destabilisierungsgerät Gebrauch machen werde, wenn er sich weiterhin der Kontrolle widersetzt», wie Widmer betont.

Grundsätzlich können Taser auf zwei Arten eingesetzt werden: einerseits auf Distanz mit dem Abschuss von zwei kleinen Pfeilchen mit Drähten, andererseits mit direktem Aufsetzen des Gerätes am Körper. In beiden Fällen verkrampfen sich die Muskeln der Person, die so gelähmt und zu Boden gebracht werden kann.

Bisher nur gegen Tiere

Dem stämmigen Burschen am Marktplatz wurde der Taser direkt aufgesetzt. Es war das erste Mal, dass die Stadtpolizei das Destabilisierungsgerät gegen eine Person eingesetzt hat. Zuvor musste einmal ein aggressiver Kampfhund ruhiggestellt werden. Bei der Stadtpolizei tragen nur Beamte mit einer Spezialausbildung einen Taser auf sich.

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