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Elektropop mit viel Herzblut: Die Band AVA stellt ihr erstes Minialbum vor

Obwohl sie sich als St. Galler Band bezeichnen, stammen zwei von drei Mitgliedern von AVA aus dem Kanton Appenzell Ausserrhoden. Frontsängerin Kim Lemmenmeier aus Teufen erzählt, was sie zum Songschreiben inspiriert und was der Bandname mit Fondue zu tun hat.
Claudio Weder
Die Band AVA – bestehend aus Andy Schwendener (Schlagzeug), Kim Lemmenmeier (Gesang) und Nicola Holenstein (Keys) – bei ihrer Plattentaufe am 20. September in der Grabenhalle St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Die Band AVA – bestehend aus Andy Schwendener (Schlagzeug), Kim Lemmenmeier (Gesang) und Nicola Holenstein (Keys) – bei ihrer Plattentaufe am 20. September in der Grabenhalle St. Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Die Elektropop-Band AVA hätte nach der Taufe ihres ersten Minialbums «Feel Them Listening.» vergangenen Freitag gerne noch weitergefeiert. Oder besser gesagt: ausgiebiger gefeiert. Getauft wurde der Neuling zwar mit Weisswein. Für den Rest des Abends gab es für die drei Musiker dann aber keinen Alkohol mehr. Denn schliesslich stand am Tag darauf mit dem Finale des Nachwuchswettbewerbs «My Coke Music Soundcheck» in Zürich gleich der nächste grosse Auftritt an.

Zwei Tage später hat für Frontsängerin Kim Lemmenmeier der Alltag wieder begonnen. Müde wirkt die 25-jährige Teufnerin an diesem Montagnachmittag aber nicht. Obwohl sie sich erst noch von den Strapazen des Wochenendes erholen müsse, wie sie sagt. Nichtsdestotrotz war für das Ostschweizer Trio, das sich von seinen Festivalauftritten im Sommer eher kürzere Auftrittszeiten gewohnt ist, die Plattentaufe vergangenen Freitag ein unvergessliches Erlebnis: «Die Bühne gehörte 90 Minuten lang nur uns – wir konnten uns voll und ganz ausleben.»

Während Kim Lemmenmeier erzählt, scheint die Müdigkeit auf einmal vergessen zu sein – ebenso die Tatsache, dass es für AVA am «My Coke Music Soundcheck», dem grössten Musiknachwuchswettbewerb der Schweiz, letztlich «nur» für Platz drei gereicht hat. Traurig ist Lemmenmeier nicht, auch wenn sie zu den 50000 Franken Preisgeld nicht Nein gesagt hätte. Doch letztlich sind AVA auch als Drittplatzierte nicht ganz leer ausgegangen.

Zwei Appenzeller, drei Käsefans

Offiziell gegründet wurde die Gruppe im August 2018. Auch wenn sich die drei Musiker gerne als St. Galler Band bezeichnen, liegen die Ursprünge von AVA eigentlich in Appenzell Ausserrhoden. Zumindest zu zwei Dritteln. Neben Sängerin Kim Lemmenmeier, die in Teufen aufgewachsen ist und heute noch dort lebt, hat auch Keyboarder Nicola Holenstein Appenzeller Wurzeln: Der 24-Jährige wuchs in Gais auf, lebt und arbeitet heute aber in Zürich. Der Dritte im Bunde, Schlagzeuger Andy Schwendener (28), kommt ursprünglich aus dem Sarganserland.

Kim Lemmenmeier absolviert derzeit ein Studium an der Universität St. Gallen. Genauso wie Andy Schwendener. Nicola Holenstein hat seines bereits abgeschlossen. Kennen gelernt haben sich die drei aber schon früher. «Mit Nicola ging ich zusammen an die Kantonsschule Trogen. Über ihn lernte ich dann Andy kennen», sagt Lemmenmeier. Zum ersten Mal gemeinsam musiziert haben die drei aber erst später, genauer gesagt an einer Jamsession im Dezember 2017. «Dabei merkten wir schnell, dass wir zusammengehören – es hat sofort gefunkt zwischen uns», sagt Lemmenmeier und lacht.

Auch ein Name war schnell gefunden: «Zu Beginn unseres Projektes verbrachten wir ein Wochenende in einem Appenzeller Bauernhaus. Da wir alle drei Käsefans sind, gab es zum Znacht ein Fondue. Dabei fiel uns auf, dass unsere zweizackigen Fonduegabeln den Schriftzug AVA bilden, wenn wir sie gegeneinander halten.»

Seither sind die drei Musiker als AVA auf den Schweizer Bühnen unterwegs. Allein in diesem Jahr spielten sie über zwanzig Konzerte – darunter auch Auftritte an Festivals wie dem Clanx Festival in Appenzell, dem Quellrock-Open-Air in Bad Ragaz oder dem «Stars in Town» in Schaffhausen. Ein Erfolgsrezept kann Kim Lemmenmeier keines nennen.

«Es ist vor allen Dingen viel Herzblut mit dabei. Wir sagten uns von Anfang an: Wenn wir eine Band sein wollen, dann machen wir es richtig. Wir wollen keine halbpatzigen Sachen.»

Die meisten Songs stammen aus der Feder von Kim Lemmenmeier. «Oft ist es am Anfang nur ein Text, eine Melodie oder eine kleine Idee, die wir dann später zu dritt ausarbeiten.» Steht das Grundgerüst des Songs, schleift jeder für sich zu Hause nochmals an seinen Parts. «Weil jeder einen anderen musikalischen Hintergrund mitbringt, erhalten die Songs letztlich eine ganz eigene Färbung», sagt Lemmenmeier.

So auch die Songs des Minialbums «Feel Them Listening.», das seit Anfang September erhältlich ist. Es ist nicht nur «eine Reise zu uns selbst und unseren musikalischen Wurzeln», wie es die Band anpreist. Auch in den Texten steckt jede Menge Persönliches. Songschreiberin Lemmenmeier sagt:

«Die Lieder sind keine sozialpolitischen Analysen, sondern erzählen von dem, was mich emotional umtreibt.»

In den sechseinhalb Songs des Minialbums werden Themen wie Liebe, Sehnsucht oder Selbstfindung genauso besungen wie die Tücken des Alltags oder der Wunsch, ein Superheld zu sein. «Letztlich sind das Themen, die nicht nur mich persönlich beschäftigen, sondern viele andere Leute auch.» Aus diesem Grund hätten die Songs keine eindeutige Message. «Letztlich soll jeder seinen eigenen Zugang zu den Liedern finden.»

Langjährige Bühnenerfahrung

Neben ihrem Engagement bei AVA ist Kim Lemmenmeier auch Musicaldarstellerin. Bereits im Alter von zehn Jahren stand sie im Theater St. Gallen auf der Bühne. Während und nach ihrer dreijährigen Ausbildung an der Stage School Hamburg spielte sie Hauptrollen in Musicals wie «Alice im Wunderland» oder «42nd Street». Von Oktober 2018 bis Mai 2019 wirkte sie im Musical «Kiss me, Kate» an der Oper Graz mit.

Trotz langjähriger Bühnenerfahrung seien ihr die ersten Auftritte mit AVA aber zunächst fremd gewesen, wie sie zugibt. «Ich musste erst lernen, dass man sich als Frontsängerin einer Band nicht einfach hinter seiner Rolle verstecken kann. Man muss sich selber sein.»

Studium, AVA und Musicals – momentan geht das alles noch gut aneinander vorbei. Ob das auch in Zukunft funktioniert, weiss Kim Lemmenmeier noch nicht. «Ich lasse es auf mich zukommen.»

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