Elektrizitätswerk Thurgau verkauft weniger Atomstrom

FRAUENFELD. Der grösste Teil des Stroms, den das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT) verkauft, stammt aus Wasserkraftwerken. Damit hat sich der Strommix innert fünf Jahren radikal verändert. 2010 setzte das EKT 82 Prozent Atomstrom ab. Der Rest war im wesentlichen Strom aus Wasserkraft.

Christof Widmer
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FRAUENFELD. Der grösste Teil des Stroms, den das Elektrizitätswerk des Kantons Thurgau (EKT) verkauft, stammt aus Wasserkraftwerken. Damit hat sich der Strommix innert fünf Jahren radikal verändert. 2010 setzte das EKT 82 Prozent Atomstrom ab. Der Rest war im wesentlichen Strom aus Wasserkraft. Inzwischen ist der Atomstromanteil rapide gesunken. 61 Prozent des Stroms, den das EKT verkauft, stammt aus Wasserkraftwerken. 4 Prozent sind Atomstrom und weitere 4 Prozent stammen aus der Linie «Thurgauer Naturstrom» – also aus Thurgauer Kraftwerken. Diese Zahlen nennt Nicolas Rohner, Leiter Energie und Vertrieb im EKT.

Über dem nationalen Schnitt

Der Stromanteil aus Wasserkraft liege im Thurgau 10 Prozentpunkte über dem Schweizer Durchschnitt, sagt Rohner. Möglich geworden ist dies durch den Handel mit Herkunftsnachweisen, den die nationale Stromnetzgesellschaft Swissgrid eingeführt hat. Er erlaubt es den Kunden des EKT, ihren Strommix selber zu bestimmen. Bei den Kunden handelt es sich neben Grossverbrauchern vor allem um lokale Elektrizitätswerke.

«Marktübliche Praxis»

Früher war es so, dass das EKT von der Axpo einen fixen Strommix bezogen hat, der hauptsächlich Atomstrom enthielt. Der Rest stammte aus Wasserkraftwerken. «Heute sind im Stromhandel Energie und Ökologie getrennt», sagt Rohner. Das heisst: Strom fliesst so oder so durchs Netz – egal aus welcher Quelle. Welches Kraftwerk ein Endverteiler berücksichtigen will, bestimmt er durch den Kauf von Herkunftszertifikaten. Das sei inzwischen die marktübliche Praxis in der Schweiz, sagt Rohner.

Die Netzgesellschaft Swissgrid stellt die Herkunftsnachweise aus. Damit von einer Strom-Sorte nicht mehr Nachweise verkauft werden als tatsächlich Strom produziert wird, führt Swissgrid eine Buchhaltung.