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ELEFANTENHOCHZEIT: Abraxas und VRSG vor der Fusion

Die Verwaltungsräte der Abraxas Informatik AG und der Verwaltungsrechenzentrum AG St.Gallen (VRSG) forcieren den Zusammenschluss der beiden Firmen. Das fusionierte Unternehmen soll unter einem gemeinsamen, noch nicht bestimmten Namen auftreten.
Die Verantwortlichen von Abraxas und VRSG haben sich für ein Zusammengehen entschieden. (Bild: Urs Bucher)

Die Verantwortlichen von Abraxas und VRSG haben sich für ein Zusammengehen entschieden. (Bild: Urs Bucher)

Die beiden Aktionäre der Abraxas, die Kantone St.Gallen und Zürich, sowie die Stadt St.Gallen, die grösste Aktionärin der VRSG, haben dem Vorhaben bereits zugestimmt. Dies geht aus einem Communiqué der beiden Unternehmen hervor. Die übrigen rund 130 Aktionäre der VRSG können nun ihrerseits entscheiden, ob sie das entsprechende Angebot zum Aktientausch oder -verkauf annehmen.


"Ergänzen sich ideal"

Die Führungsgremien sehen im geplanten Vorhaben für beide Firmen eine grosse Chance, wie es im Communiqué heisst. "Mit dem Zusammenschluss entsteht der führende Anbieter von durchgängigen Informatiklösungen für die öffentliche Hand in der Schweiz", lässt sich Paul Glutz, der Verwaltungsratspräsident der Abraxas, zitieren. Das Zusammengehen der beiden auf IT-Lösungen für die öffentliche Hand spezialisierten Dienstleister steht gemäss der Mitteilung im Zeichen von Kontinuität und nachhaltigem Wachstum. "Die Abraxas und die VRSG ergänzen sich ideal. Ein Zusammenschluss stärkt die Perspektiven beider Unternehmen, schafft nachhaltigen Mehrwert für Kunden und Aktionäre und sichert Arbeitsplätze in der Schweiz", erklärt Eduard Gasser, der Verwaltungsratspräsident der VRSG. Die geplante Fusion folge marktwirtschaftlicher Logik und entspreche den Interessen von Kunden und Aktionären gleichermassen. Auch für die Mitarbeitenden eröffneten sich mit diesem Schritt interessante Perspektiven.

Einsatz aller ist gefragt

Die Leitungsgremien beider Unternehmen planen laut der Mitteilung nun die nötigen Massnahmen, um die Kontinuität insbesondere in laufenden Projekten auch während einer anstehenden Integrationsphase zu gewährleisten. Auch alle aktuellen Kunden- und Lieferantenverträge der beiden Firmen behalten ihre Gültigkeit. "Der anstehende Integrationsprozess kann nur mit dem Einsatz aller Beteiligten gelingen. Alle Mitarbeitenden, die auch selber bereit zu Veränderungen sind, werden in der künftigen Organisation ihren Beitrag leisten können", hält Eduard Gasser fest.

Um eine möglichst reibungslose Fusion der beiden Firmen zu einem neuen Unternehmen zu gewährleisten und dabei das operative Geschäft der Unternehmen nicht zu beeinträchtigen, ist die Gründung einer Abraxas-VRSG Holding AG mit Sitz in der Stadt St.Gallen als Übergangsgesellschaft geplant. "Diese soll nach Abwicklung sämtlicher Transaktionen entlang einer auf Stabilität und Nachhaltigkeit ausgelegten Integrationsplanung zu einem neuen Unternehmen fusioniert werden", steht im Communiqué zu lesen.

Die Abraxas und die VRSG werden bis dahin zu Tochterunternehmen der Holding. Die Holding und die beiden Tochterunternehmen sollen von einem Verwaltungsrat und einer Geschäftsleitung geführt werden. Verwaltungsratspräsident soll Eduard Gasser werden (aktuell VRSG). Als CEO ist Reto Gutmann (aktuell Abraxas), als stellvertretender CEO Peter Baumberger (aktuell VRSG) und als CFO Rolf Lichtin (aktuell Abraxas) vorgesehen.

"Gute Argumente"

Ob der Zusammenschluss der Abraxas und der VRSG definitiv zustande kommt, entscheidet sich in den nächsten Wochen. Die Aktionäre der VRSG haben nun bis zum 30. August Zeit für den Entscheid, ob sie das Angebot annehmen. "Ich bin zuversichtlich, dass unsere Aktionäre den guten Argumenten für einen Zusammenschluss folgen und unser Vorhaben unterstützen werden", ist Eduard Gasser überzeugt. "Sobald von allen Aktionären eine verbindliche Antwort eingegangen ist, werden wir über die weiteren Schritte informieren." (pd/red.)

Abraxas und VRSG

Die Abraxas Informatik AG ist ein ICT-Unternehmen mit einem breiten Leistungsangebot für öffentliche Verwaltungen und Organisationen im staatlichen Umfeld sowie für mittelständische Unternehmen. Das Unternehmen beschäftigt mit seinen drei Tochtergesellschaften mehr als 500 Mitarbeitende am Hauptsitz in St.Gallen sowie in den Niederlassungen in der ganzen Schweiz. Hervorgegangen ist Abraxas aus der rechtlichen Verselbstständigung und Zusammenlegung der kantonalen Informatikämter von St.Gallen und Zürich im Jahr 1998. Im Geschäftsjahr 2016 erwirtschaftete die Abraxas Gruppe einen Betriebsertrag von 113,72 Millionen Franken. Die Verwaltungsrechenzentrum AG St.Gallen (VRSG) wurde 1973 gegründet und beschäftigt heute rund 330 Mitarbeitende. Sie gehört zu den führenden Schweizer Anbietern professioneller IT-Gesamtdienstleistungen für öffentliche Verwaltungen. Am Aktienkapital der VRSG sind rund 130 Städte und Gemeinden in den Kantonen St.Gallen, Zürich, Thurgau und Graubünden sowie die Kantone St.Gallen, Zürich, Thurgau und Appenzell Ausserrhoden beteiligt. Die VRSG erzielte im Geschäftsjahr 2016 einen Betriebsertrag von 66,2 Millionen Franken. (pd/red.)





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