EIZELLE VERWECHSELT: Kristinas Suche geht weiter

Am Landesgericht Feldkirch ging heute der Prozess rund um Kindesverwechslung im Fall Kristina V. weiter. Die heute 26-jährige Schweizer Studentin möchte im Kampf, ihre leiblichen Eltern zu finden, nicht aufgeben.

Christiane Eckert
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Kristina V. im Gespräch mit ihrem Anwalt Andreas Ermacora. (Bild: Christiane Eckert)

Kristina V. im Gespräch mit ihrem Anwalt Andreas Ermacora. (Bild: Christiane Eckert)

Heute ging der Zivilprozess, bei dem der Fortpflanzungsmediziner Herbert Zech auf Herausgabe von Unterlagen geklagt wurde, in die zweite Runde. Doch wer trotz Ladung unentschuldigt nicht kam, war Herbert Zech. „Das finde ich nicht kollegial und gegenüber dem Gericht auch sehr unhöflich“, kritisierte Richterin Birgit Vetter. „Ich werde ihm ausrichten, dass man ihn befragen will“, gibt sich Beklagtenvertreter Michael Konzett knapp. Ob Zech kommt, ist ungewiss, zwingen kann man ihn nicht.

Geschäftsführer weiß nichts

Für die Fortpflanzungsklinik kam der Schwiegersohn des Chefs. Der Zeuge ist selbst Gynäkologe und seit 2009 fix in dem Ambulatorium angestellt. Doch er weiß von der Zeit rund um die Jahre 1990, 1991 wenig. Einvernommen wird auch der Mediziner Hermann Brühwiler, Gynäkologe und bereits damals im Kantonsspital Münsterlingen in leitender Stellung auf der Frauenabteilung. Als Geburtshelfer habe man sich wenig dafür interessiert, dass das am zweiten April zur Welt gekommene Baby künstlich gezeugt wurde. Dass die Blutgruppenkonstellation von Mutter und Tochter nicht so recht passen wollte, erklärte man sich damit, dass man bei Neugeborenen noch nicht eindeutig sagen konnte, welche Blutgruppe beim Kind vorliegt. Man empfahl den Österreichern, dies ein paar Wochen später nochmals zu kontrollieren. Dass Kristina nach der Geburt in Münsterlingen verwechselt wurde, kann der Arzt ausschließen: „Davor war eine Pause von zwölf Stunden und danach vergingen auch zehn Stunden, bis ein anderes Kind geboren wurde“. Der zeitliche Abstand zu „Verwechslungskindern“ ist also zu groß.

Keine Erklärung

Der Schwiegersohn des Institutsleiters kann sich nicht vorstellen, wie es zu einer Verwechslung in der Bregenzer Einrichtung gekommen sein könnte. Die Beklagtenseite bestreitet, dass ihrerseits Fehler gemacht worden seien. Kristina V., die junge Frau, die immer noch ihre leiblichen Eltern sucht, erzählt jedoch in ihrer Einvernahme erneut, dass Zech ihr gegenüber eingeräumt habe, dass ihm ein Fehler unterlaufen sein müsse. Beim Brilleabnehmen im Zuge des Mikroskopierens sei eine Verwechslung der Petrischalen möglich, soll der Arzt zu Kristina V. 2015 gesagt haben. Wie der Mediziner heute zu dieser angeblichen Aussage steht, ist ebenso offen wie die Frage, ob er das nächste Mal erscheinen wird. Termin gibt es noch keinen.