Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Einstige VPM-Anhängerin macht Karriere im Kantonsrat Appenzell Ausserrhoden

Im Ausserrhoder Parlament ist neu mit Gabriela Wirth Barben ein Mitglied mit Vergangenheit im umstrittenen Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM) aktiv.
Christoph Zweili
Gabriela Wirth Barben. (Bild: pd)

Gabriela Wirth Barben. (Bild: pd)

Gabriela Wirth Barben darf sich in der Hauptausgabe der «Tagesschau» stellvertretend für alle anderen gewählten Kandidatinnen darüber freuen, dass der Frauenanteil im Parlament von Appenzell Ausserrhoden so hoch ist wie noch nie. Die Augenärztin hat die Wahl als Unabhängige in ihrem Wohnort Speicher geschafft. In der Wahlempfehlung im Gemeindeblatt ist die Rede von einer «intelligenten Powerfrau», die Fachwissen in die Ausserrhoder Gesundheitspolitik einbringen könne.

Keine Rede ist von heiklen Verbindungen, welche die Neoparlamentarierin hat. Wirth Barben war früher aktiv im Verein zur Förderung der Psychologischen Menschenkenntnis (VPM), wie die «Neue Zürcher Zeitung» schreibt. Der Verein sorgte in den 1990er Jahren für zahlreiche Schlagzeilen, er galt bei Kritikern als totalitär und sektiererisch. In ethischen, bildungs- und gesellschaftspolitischen Fragen bezog der VPM Rechtsaussenpositionen. Seine Exponenten hielten etwa Homosexualität für eine heilbare Krankheit und lehnten Liberalisierungen im Drogenbereich strikt ab.

Barben: «Von vielem, das über den Verein geschrieben wurde, würde ich mich distanzieren»

Gegenüber der NZZ schreibt Wirth Barben schreibt auf die Frage, wie sie heute zum VPM stehe:

«Nur wenige Personen kennen das damalige Gedankengut aus Primärquellen. Von vielem, das über den Verein geschrieben wurde, würde ich mich distanzieren, wenn es zutreffend gewesen wäre, oder hätte damals schon interveniert.»

Sie habe die VPM-Fortbildungskurse in Erinnerung als «auf hohem wissenschaftlichen Niveau und mit interessanten schweizerischen und internationalen Referenten sowie zu aktuellen Fragen des Zeitgeschehens». Als Parteiunanhängige setze sie sich für eine sozial ausgerichtete Marktwirtschaft ein, betont Wirth Barben. Mit Fragen der Sexualerziehung werde sie sich beschäftigen, wenn solche im Ratsbetrieb auf sie zukommen sollten, hält die Medizinerin fest.

Die Ostschweiz als Tummelfeld

Wirth Barben ist nicht die einzige Person mit VPM-Verbindungen, die in der Ostschweiz politisch aktiv ist. Karen Nestor, Oberärztin am Kantonsspital St.Gallen, schaffte 2016 die Aufnahme in die nationale Ethikkommission. Die Psychologin und Lehrerin Judith Barben aus Wil veröffentlichte 2018 eine Kampfschrift gegen gegen den Lehrplan 21. Und der SVP-Politiker Klaus Rüdiger sah sich mit seiner VPM-Vergangenheit konfrontiert, als er 2014 erfolglos für das Wiler Schulratspräsidium kandidierte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.