EINSATZ: Ostschweizer Piloten retten über 100 Flüchtlinge

Handeln statt reden: Unter diesem Motto steht der Einsatz von Ostschweizer Piloten zugunsten von Flüchtlingen. Er hat erste Erfolge gezeitigt.

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Flüchtlingsboote im Visier: Ein Angehöriger der Mission bei einem Suchflug. (Bild: pd)

Flüchtlingsboote im Visier: Ein Angehöriger der Mission bei einem Suchflug. (Bild: pd)

OSTSCHWEIZ. "Die ganzen Vorbereitungen und Arbeiten in den vergangenen Monaten haben sich schon jetzt gelohnt." So lässt sich Fabio Zgraggen, Pilot und Initiant der Humanitären Piloteninitiative (HPI), in einem Communiqué zitieren. Er bezieht sich auf den Einsatz von Ostschweizer Piloten im Mittelmeer. Schon beim ersten Suchflug konnten in Seenot geratene Flüchtlingsboote lokalisiert und der Rettungsleitstelle gemeldet werden, wie es in der Mitteilung heisst. "Die Ostschweizer Piloten waren somit an der Rettung von über 100 Menschen beteiligt."

Position gemeldet
Zusammen mit einem Fliegerkollegen aus Deutschland konnte Fabio Zgraggen am Mittwoch den ersten Suchflug über dem Mittelmeer durchführen. Während ihres fünfstündigen Fluges entdeckten die beiden Piloten zwei Schlauchboote mit 125 Flüchtlingen an Bord. Die Positionen der Boote wurden der Rettungsleitstelle MRCC Roma gemeldet, welche weitere Schritte für eine Rettungsaktion einleitete. Für die Versorgung und Rettung der Flüchtlinge wurden Schiffe der Seenotrettungsaktionen MOAS und Sea-Eye aufgeboten.

Weitere Einsätze sind nötig
"Die Bilanz des ersten Fluges von HPI und die Einschätzungen von Behörden und anderen zivilen Rettungsorganisationen zeigen, dass die Flüchtlingssituation am Mittelmeer weiterhin angespannt bleibt", heisst es im Communiqué weiter. Gute Wetterprognosen und eine ruhige See lassen gemäss der Mitteilung vermuten, dass in den kommenden Tagen und Wochen weitere Flüchtlinge eine Mittelmeerüberfahrt wagen werden. Wie geplant werden die Ostschweizer Piloten deshalb weitere Suchflüge durchführen.

Humanitärer Einsatz

Die Mitglieder der Humanitären Piloteninitiative (HPI) teilen sowohl die Leidenschaft zum Fliegen als auch die Sorge um die Situation am Mittelmeer, wie die Organisation schreibt. So entstand die Idee, die eigenen fliegerischen Fähigkeiten für humanitäre Zwecke einzusetzen - unabhängig von Politik, Religion, Ethnie und Nationalität. HPI ist nach eigenen Angaben nicht gewinnorientiert und fliegt ihre Einsätze mit Spendengeldern. Nach einer über sechsmonatigen Planungs- und Vorbereitungsphase startete das erste HPI-Flugzeug am Mittwoch, 22. Juni, in Hohenems Richtung Mittelmeer. Vor der nordafrikanischen Küste suchen die HPI-Piloten und Co-Piloten aus der Luft nach Flüchtlingsbooten, um deren Zustand und Position der Rettungsleitstelle MRCC Roma und den Hilfsorganisationen vor Ort zu melden. Die Initianten der HPI wollen so verhindern, dass noch mehr Menschen bei der Flucht nach Europa ihr Leben verlieren. (pd/red.)