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Einzig beim Vaterschaftsurlaub sind sich die kleinen Parteien uneinig: Das war die zweite St.Galler TVO-Nationalratsdebatte

St.Galler Nationalratskandidaten von Grünen, GLP und EVP diskutierten am TVO-Podium.
Marcel Elsener

Am zweiten TVO-Talk zu den St.Galler Nationalratswahlen waren die kleineren Parteien gefragt, die den Grossen einen Sitz in Bern streitig machen. Jene, die einen Sitz hatten, aber wieder verloren, dürfen sich reelle Chancen ausrechnen: Grüne und Grünliberale, vertreten durch die Kantonsräte Basil Oberholzer und Jörg Tanner. EVP und BDP hingegen dürften Stimmenlieferanten für den Listenpartner der «starken Mitte» sein. Alt Kantonsrat Hans Oppliger hofft denn auch, die drei CVP-Sitze halten zu können.

Nebst den drei bekannten Gesichtern aus dem Kantonsrat, Tanner zudem Gemeindepräsident von Sargans, war das Publikum am Donnerstag gespannt auf den ersten Fernsehauftritt von BDP-Mann Norbert Feldmann, der gleich für beide Kammern im Bundesparlament kandidiert. Nachdem Feldmann am Ständerats-Wahltalk aufgrund seiner späten Bewerbung fehlte, blieb er nun auch dem Nationalrats-Podium fern – «kurzfristig verhindert», wie es hiess.

Schade, denn Feldmann hätte da und dort vielleicht eine abweichende Meinung vertreten.

Denn Oberholzer, Tanner und Oppliger gaben auf die von Stefan Schmid, Chefredaktor des St.Galler Tagblatts, aufgeworfenen Fragen zu politischen Reizthemen grösstenteils übereinstimmende Antworten. Am meisten überraschte dies bei der Ehe für alle, die auch von Oppliger befürwortet wird, obwohl das heikle Thema in der EVP «sehr kontrovers» diskutiert werde.

Am TVO-Wahlpodium: Basil Oberholzer (Grüne), Jörg Tanner (GLP), Moderator Stefan Schmid und Hans Oppliger (EVP). Bild: Urs Bucher

Am TVO-Wahlpodium: Basil Oberholzer (Grüne), Jörg Tanner (GLP), Moderator Stefan Schmid und Hans Oppliger (EVP). Bild: Urs Bucher

Einigkeit ohne Wenn und Aber herrschte in Sachen Schweizer Sitz im UNO-Sicherheitsrat, den alle befürworten, und bei der Ablehnung neuer Kampfjets, wenn auch Oppliger eine Anschaffung im «europäischen Verbund» für sinnvoll hält. Und das AHV-Alter 65 für Frauen lehnen die drei Herren eher ab, der Grüne strikt und die andern aus Gründen der Flexibilität. Ein übereinstimmendes Ja schliesslich zum Rahmenabkommen mit der EU, mit Akzentuierungen für die «rote Linie Lohnschutz» (Oberholzer) und Sonderregeln für die «eigenständige Ernährung» nach Vorbild Japans (Oppliger).

Differenzen am ehesten beim Vaterschaftsurlaub

In einem Punkt unterschieden sich die Landvertreter und der Städter: Wo der Grüne für einen mindestens vierwöchigen Vaterschaftsurlaub eintritt, plädieren die andern stattdessen für einen «Elternurlaub», familienintern zu regeln. Blieb in der von Moderator Schmid zügig geführten 25-Minuten-Debatte der Klimaschutz: Alle drei befürworten den Kurs des Bundesrats und fordern je Veränderungen im Konsumverhalten (Tanner), höhere Benzin- und Flugverkehrssteuern mit sozialem Ausgleich (Oberholzer) und die Förderung erneuerbarer Energien statt der «Stromverschwendung zu Dumpingpreisen» (Oppliger). Zum Schluss musste Tanner noch das hartnäckige Gerücht revidieren, wonach das Sarganserland zu Graubünden neige – fraglos für ihn, dass es sich zu St.Gallen bekennen werde.

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