Einkaufszeiten
FDP und SVP nutzen Corona für einen nächsten Angriff auf die Öffnungszeiten der Läden im Kanton St.Gallen – und stossen auf Widerstand

In einer Motion fordern FDP und SVP eine dauerhafte Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten. Die Linke kämpft dagegen. Es ist der vierte bürgerliche Versuch innert 25 Jahren, den Läden im Kanton St.Gallen längere Öffnungszeiten zu ermöglichen. Drei scheiterten an der Urne.

Adrian Lemmenmeier-Batinić
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In der St.Galler Innenstadt können Kauflustige seit Juni nicht mehr bis 19 Uhr, sondern bis 20 Uhr shoppen. FDP und SVP wollen nun für den ganzen Kanton eine Liberalisierung der Öffnungszeiten.

In der St.Galler Innenstadt können Kauflustige seit Juni nicht mehr bis 19 Uhr, sondern bis 20 Uhr shoppen. FDP und SVP wollen nun für den ganzen Kanton eine Liberalisierung der Öffnungszeiten.

Ralph Ribi (St.Gallen, 2. Dezember 2020)

Die FDP ist besorgt. Links-grüne Kräfte würden die Coronakrise zum Anlass nehmen, «sozialistische Projekte aus der Mottenkiste zu holen», schreibt die St.Galler Kantonalpartei in einer Medienmitteilung. Bund, Kantone und Gemeinden hätten nur ein Rezept gegen die Krise: «Staat, Staat und noch mehr Staat.» Die FDP aber wolle die Eigenverantwortung ins Zentrum stellen. Dazu hat sie einen Forderungskatalog veröffentlicht (siehe Kasten) – und greift ihrerseits in die Mottenkiste: Gemeinsam mit der SVP-Fraktion will sie nämlich die Coronakrise für einen neuen Anlauf zur immer wieder geforderten Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten nutzen.