Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Ein Bus gegen die Blechflut: Ein Shuttlebus soll Konstanz entlasten

Einkaufstouristen können ihr Auto seit Samstag am Stadtrand abstellen. Ein Shuttlebus fährt sie ins Stadtzentrum. Doch das Angebot gilt nur während einiger Monate.
David Grob
Autofahrer im Stau vor dem Konstanzer Einkaufszentrum Lago. (Bild: Reto Martin)

Autofahrer im Stau vor dem Konstanzer Einkaufszentrum Lago. (Bild: Reto Martin)

Jeweils samstags wird Konstanz zur Schweizer Stadt. Zahlreiche Einkaufstouristen strömen über die Grenze in die Konstanzer Fachgeschäfte und Einkaufszentren, viele davon im Auto – und die Stadt versinkt im Verkehrschaos. «Das Verkehrsaufkommen in Richtung der Konstanzer Innenstadt ist an Samstagen erfahrungsgemäss besonders gross», heisst es trocken im Konstanzer Amtsblatt. Und weiter:

«Volle Strassen stressen Anwohner und Autofahrer.»

Ein neues Angebot soll für Entlastung sorgen. Seit Samstag können Konsumwütige ihr Auto auf einem Gratisparkplatz am Rheinufer bei der Sporthalle Schänzle abstellen, ein Shuttlebus bringt die Schweizer Schnäppchenjäger in die Innenstadt.

Dennoch sind die Einkaufstouristen nicht der Hauptgrund für das neue Angebot. Eine Baustelle auf einer zentralen Kreuzung in Konstanz verschärft den Stau zusätzlich. «Deshalb setzen wir auf den Park-and-Ride-Standort und den Shuttlebus», sagt Walter Rügert, Mediensprecher der Stadt Konstanz. Mit dem Klimanotstand, den Konstanz im Mai ausgerufen hat, habe die Massnahme aber nicht zu tun. «Wir bieten den Shuttlebus nur während der Bauarbeiten an», sagt Rügert.

Ein Parkplatz nur für Schweizer?

Bei der süddeutschen Regionalzeitung «Südkurier» sorgte der neue Parkplatz für einige Aufregung. «Schweizer dürfen kostenlos parken und Busfahren» titelte die Zeitung nach der Ankündigung der Stadt Konstanz. «Das Angebot ist für Schweizer wie auch Deutsche da», sagt der Mediensprecher . Der Parkplatz liegt aus seiner Sicht an einer optimalen Lage, fängt er doch Verkehr der Schweizer Autobahn A7 wie auch des deutschen Zubringers B33 von Singen ab.

Der Einkaufstourismus ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die deutsche Stadt. Rügert sagt:

«Es gibt Geschäfte in der Innenstadt, die 30 bis 50 Prozent ihres Umsatzes mit Schweizer Kunden machen.»

Der Trend zeigt aber nach unten: 2016 lag die Anzahl abgestempelter Ausfuhrscheine für ganz Baden-Württemberg noch bei 17,6 Millionen, 2018 ist er auf 15,9 Millionen gesunken. Dennoch: «Der Einkaufstourismus ist fühlbar und nach wie vor auf einem hohen Niveau», sagt Utz Geiselhart vom deutschen Handelsverband Südbaden. Das neue Angebot und der Euro, der wieder unter die magische Grenze von 1,10 Franken gefallen ist, könnten den Einkaufstourismus wieder zusätzlich befeuern.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.