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«Einkaufen im Ausland ist zur Gewohnheit geworden»

Mit einer aktuellen Plakatkampagne zielt der Kantonale Gewerbeverband St.Gallen (KVG) auf den Onlinehandel. Der Einkaufstourismus bleibt für das Gewerbe aber dominierendes Thema, sagt KVG-Geschäftsführer Felix Keller.
Katharina Brenner
Der hiesige Detailhandel wird mit dem Einkaufstourismus gefordert. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Der hiesige Detailhandel wird mit dem Einkaufstourismus gefordert. (Bild: Keystone/Martin Ruetschi)

Felix Keller.

Felix Keller.

Was ist das grössere Problem für den hiesigen Detailhandel: der Einkaufstourismus oder der Onlinehandel?

Felix Keller: Beide Herausforderungen sind in etwa gleich gross.

Worauf zielt die aktuelle Kampagne des Gewerbeverbands ab?

Wir haben im ganzen Kanton 140 Plakate aufgestellt. Unser Slogan ist «Lokal gekauft – perfekt beraten». Wir zielen damit vor allem auf den Onlinehandel ab. Die Hälfte aller bei «Zalando» bestellten Artikel wird zurückgeschickt, zehn Millionen Päckchen pro Jahr. Das würde im Detailhandel nie passieren.

Warum nicht?

Der Onlinehandel bietet keine Beratung und keinen Service vor Ort. Geht ein Gerät kaputt, das man im Laden gekauft hat, kann man es dort reparieren lassen und muss es nicht per Post verschicken. Ausserdem gehen mit dem Onlinehandel Arbeits- und Ausbildungsplätze verloren. Die Kampagne verzichtet bewusst auf den Mahnfinger. Die Kunden sollen aus Überzeugung in den lokalen Geschäften einkaufen, weil die Beratung ein echter Mehrwert ist.

Setzt sich der Verband mit weiteren Projekten für den Detailhandel ein?

Die Kampagne ist zeitlich begrenzt. Die Gruppe Handel des KGV beschäftigt sich laufend mit aktuellen Themen des Detailhandels – im Austausch mit den Mitgliedern. Wir fahren gut damit, alle zwei Jahre eine entsprechende öffentliche Kampagne zu lancieren. Vor drei Jahren standen Lehrstellen im Fokus, vor fünf der Einkaufstourismus. Damals haben wir mit Gewerbeschaffenden aus dem Kanton Einkaufstaschen verteilt.

Stehen Sie in Kontakt mit Gewerbeverbänden aus dem grenznahen Ausland – oder sind die Interessen zu unterschiedlich?

Wir stehen in einem losen Austausch. Einmal im Jahr nehmen wir am Grenzlandtreffen teil, das Gewerbeverbände rund um den Bodensee zusammenbringt. Dabei geht es um grenzüberschreitende Themen wie zum Beispiel Arbeitskräfte.

2018 ging die Zahl der abgestempelten Ausfuhrscheine im Zollbezirk Singen zurück. Bedeutet das mehr Kunden im Kanton St. Gallen?

Der Einkaufstourismus stagniert. Allerdings auf sehr hohem Niveau. In den Grenzregionen ist der Einkauf im Ausland bereits zur Gewohnheit geworden und Gewohnheiten ändert man bekanntlich nicht so schnell wieder.

Sind Einkaufstourismus und ­Onlinehandel die wichtigsten ­Themen, die Sie beschäftigen?

Der Gewerbeverband ist in Gruppen organisiert. In der Gruppe Handel sind Onlinehandel und Einkaufstourismus die beiden wichtigsten Themen. Der Gewerbeverband beschäftigt sich aber auch mit vielen anderen.

Zum Beispiel?

Berufsbildung ist ein zentrales Thema, ebenso die politischen Rahmenbedingungen für das Gewerbe. Generell vertreten wir die Meinung des Gewerbes in Abstimmungen und Vernehmlassungen.

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