Einigung mit Piusbrüdern erwartet

Im Bistum Chur herrscht Dauerstreit. Bischof Vitus Huonder fährt einen papsttreuen Kurs, verweigert Geschiedenen die Eucharistie und stärkt die Praxis der lateinischen Messe. Und er erwartet die Aussöhnung mit der Piusbruderschaft.

Daniel Klingenberg
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Bischof Vitus Huonder: Ganz auf der Linie von Papst Benedikt XVI. (Bild: Urs Jaudas)

Bischof Vitus Huonder: Ganz auf der Linie von Papst Benedikt XVI. (Bild: Urs Jaudas)

Seit Vitus Huonder im Jahr 2007 Bischof im Bistum Chur wurde, sind Auseinandersetzungen an der Tagesordnung. Die Frontstellungen sind dabei klar. Der vom ehemaligen Churer Bischof Wolfgang Haas zum Generalvikar ernannte Bündner Huonder tut alles, um eine hierarchisch und klerikal geleitete Kirche zu stärken. Was zu Spannungen mit den liberal orientierten Katholiken der Kantonalkirchen im Bistum Chur, namentlich Zürich und der Innerschweiz, führt.

Kirche: «Hierarchisches Wesen»

Im Gespräch mit dem St. Galler Tagblatt zeigt sich Bischof Huonder denn auch ganz als Vertreter einer papsttreuen Kirche: «Ich will, dass die katholische Kirche auch in der Schweiz leben darf, wie es ihrem Wesen entspricht: hierarchisch, geleitet vom Papst und den Bischöfen.»

Bischof Vitus Huonder erwartet zudem, dass es eine Einigung des Papstes mit der Piusbruderschaft geben wird. Seit längerem laufen Gespräche mit Vertretern der traditionalistischen Gemeinschaft, die sich 1988 die Exkommunikation zuzog. Schon vor drei Jahren schien die Zeit für eine Aussöhnung reif. Dann aber leugnete Richard Williamson, Bischof der Bruderschaft, den Holocaust, was einen weltweiten Skandal auslöste. Nun aber scheint eine Aussöhnung nahe: Die Gespräche «scheinen sehr positiv zu verlaufen», sagt Bischof Huonder.

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