Eingebrochen und Auto in Brand gesetzt – 33-Jähriger wird zu fünf Jahren Haft verurteilt

Das Kantonsgericht St. Gallen hat einen 33-jährigen Mann wegen fünf Einbrüchen, Brandstiftung und anderer Delikte verurteilt. Er bestritt die meisten Vorwürfe.

Claudia Schmid
Merken
Drucken
Teilen
Am 27. Juli 2016 wurde ein Auto in Rorschach gestohlen und in St. Gallen auf einem Parkplatz angezündet. Laut Gericht ist der 33-Jährige der Täter. (Symbolbild)

Am 27. Juli 2016 wurde ein Auto in Rorschach gestohlen und in St. Gallen auf einem Parkplatz angezündet. Laut Gericht ist der 33-Jährige der Täter. (Symbolbild)

Bild: Sam Thomas

Der Beschuldigte wehrte sich am Kantonsgericht gegen ein Urteil, welches das Kreisgericht St. Gallen im Juni 2019 gefällt hatte. Dieses sprach den 33-jährigen Schweizer zwar von einigen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz frei. In allen anderen Anklagepunkten fällte es aber Schuldsprüche, unter anderem wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, Brandstiftung, diverser Strassenverkehrsdelikte, Vergehens gegen das Waffengesetz und Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes.

Die Vorinstanz verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten, zu einer Geldstrafe und zu einer Busse. Das beschlagnahmte Motorrad sollte zur Verwertung eingezogen und der Erlös an die Verfahrenskosten angerechnet werden. Gegen diesen Entscheid legte der Beschuldigte Berufung ein.

Rache eines ehemaligen Mitgefangenen?

Zur Last gelegt wurden dem Mann fünf Einbrüche in Arbon, Goldach, Rorschach und St. Gallen. Das Deliktsgut beträgt gegen 40’000 Franken, der Sachschaden rund 11’000 Franken. Beim Einbruch in Rorschach soll er zudem ein Auto gestohlen haben, das in der Nacht vom 27. Juli 2016 auf einem Parkplatz in St. Gallen mit Benzin übergossen und angezündet wurde.

Obwohl der Beschuldigte von zwei Mittätern belastet wurde, bestritt er diese Straftaten. Sein einziger Fehler sei gewesen, dass er einen früheren Mitgefangenen bei sich habe wohnen lassen. Dieser habe ihn wohl aus irgendwelchen Rachegründen in die Sache hineingezogen, erklärte er an der Berufungsverhandlung am Kantonsgericht. Der ehemalige Mitbewohner sei es gewesen, der Diebesgut aus Einbrüchen in seine Wohnung gebracht habe. Auch mit der Brandstiftung habe er nichts zu tun.

Waffen und Handgranaten gelagert

Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann zudem an, weil er im Besitz von Waffen und Handgranaten war. Diese Widerhandlung gegen das Waffengesetz gab er zu. Er habe die Pistolen, Gewehre, Springmesser, Elektroschockgeräte und Granaten gesammelt, jedoch nie beabsichtigt, sie irgendwann einzusetzen. Mehrere Raserdelikte verneinte er hingegen wieder. Sein Motorrad sei vielen Leuten zugänglich gewesen. Er sei bei den Raserfahrten mit Sicherheit nicht gefahren. Das Gefährt war in St. Gallen zweimal geblitzt worden. Einmal betrug die Geschwindigkeitsüberschreitung netto 100 und einmal 54 Kilometer pro Stunde.

Der Verteidiger verlangte mehrere Freisprüche und für die eingestandenen Straftaten eine milde Sanktion. Die Gegenstände mit DNA-Spuren des Beschuldigten seien keine Beweise für eine Tatbeteiligung. Der Haupttäter habe zeitweise bei seinem Mandanten gewohnt und die Gegenstände aus der Wohnung mitnehmen können. Die Staatsanwältin plädierte für die Abweisung der Berufung.

Kantonsgericht von Schuld überzeugt

Das Kantonsgericht St. Gallen war wie die Vorinstanz von der Schuld des Mannes überzeugt. Es erklärte ihn wegen banden- und gewerbsmässigen Diebstahls, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruchs, Brandstiftung, diverser Verkehrsdelikte, Übertretung des Betäubungsmittelgesetzes sowie Vergehens gegen das Waffengesetz und gegen das Bundesgesetz über explosionsgefährliche Stoffe schuldig.

Das Strafmass senkte das Kantonsgericht leicht. Es verurteilte den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren (Vorinstanz: fünf Jahre und drei Monate), zu einer Geldstrafe von zwanzig Tagessätzen zu je zehn Franken und zu einer Busse von 500 Franken. Das beschlagnahmte Motorrad wird eingezogen. Die Kosten der Untersuchungs- und Gerichtsverfahren belaufen sich auf über 50'000 Franken. Diesen Betrag muss der Beschuldigte zu neun Zehnteln bezahlen. Einen Zehntel trägt der Staat.