Eingebrochen, um Drogen zu finanzieren

TROGEN. Das Ausserrhoder Kantonsgericht hat den Fall eines 21jährigen Serieneinbrechers an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Innerhalb von vier Monaten beging der Schüler 32 Einbrüche und Einbruchsversuche, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren.

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TROGEN. Das Ausserrhoder Kantonsgericht hat den Fall eines 21jährigen Serieneinbrechers an die Staatsanwaltschaft zurückgewiesen. Innerhalb von vier Monaten beging der Schüler 32 Einbrüche und Einbruchsversuche, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Er konsumierte und dealte mit Marihuana, Amphetamin, Ecstasy und «Pilzen». Der Staatsanwalt wollte den 21jährigen Schüler aus Heiden in einem abgekürzten Verfahren zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 15 Monaten bei einer Probezeit von vier Jahren und einer Busse von 500 Franken verurteilen lassen.

Gericht genehmigte Deal nicht

Ein abgekürztes Verfahren ist ein «Deal»: Es muss ein Geständnis vorliegen; die Zivilansprüche müssen anerkannt werden. In diesem Fall wären es rund 38 000 Franken gewesen. Das Gericht muss den «Deal» genehmigen, was es in diesem Fall aus formellen Gründen aber nicht tat. Der Fall ging zurück an die Staatsanwaltschaft. Mehrfacher Diebstahl, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung und Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz hatte der 21-Jährige auf dem Kerbholz, als er Ende Dezember 2013 nach einem Diebstahl festgenommen und rund 20 Tage in Untersuchungshaft gesetzt wurde. Der Deliktsbetrag beläuft sich auf über 50 000 Franken.

Er gestand 15 vollendete und 17 versuchte Einbrüche und gab den Drogenhandel und -konsum zu. Er brach unter anderem in Metzgereien und Apotheken und Sportgeschäfte in Heiden, ins Hochbauamt in Herisau, in Bäckereien und Garagen im Vorderland ein.

Nicht gewerbsmässig

Der Einbrecher verübte die Delikte in der Absicht, sich direkt oder indirekt Geld zu verschaffen oder an Gebrauchsgegenstände zu gelangen, die er sich sonst nicht hätte leisten können. Es ging ihm darum, möglichst einfach und rasch viel nützliches und verwertbares Deliktsgut zu erbeuten. Dennoch, so die Staatsanwaltschaft, könne sein Verhalten nicht als gewerbsmässig qualifiziert werden. (mw.)