Eine zwei Kilometer lange Umfahrungsstrasse: Stadt Wil und Kanton St.Gallen haben Lösung für Netzergänzung Nord gefunden – für knapp 50 Millionen Franken

Wichtiger Schritt für Standortentwicklung Wil West: Die Stadt Wil und der Kanton St.Gallen haben die Linienführung für die Umfahrungsstrasse zwischen Bronschhofen und dem neuen Autobahnanschluss Wil West festgelegt. Kostenpunkt: Knapp 50 Millionen Franken.

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300 Meter der zwei Kilometer langen Umfahrungsstrasse sind überdeckt. Ebenso wird der heute unterirdisch geführte Dreibrunnenbach freigelegt.

300 Meter der zwei Kilometer langen Umfahrungsstrasse sind überdeckt. Ebenso wird der heute unterirdisch geführte Dreibrunnenbach freigelegt.

Visualisierung: PD

(pd/dar) Der Kanton St.Gallen und die Stadt Wil haben die Linienführung für die Umfahrungsstrasse zwischen Bronschhofen und dem neuen Autobahnanschluss Wil West festgelegt: die sogenannte Netzergänzung Nord. Dies teilen die Stadt und der Kanton in einer gemeinsamen Medienmitteilung mit.

Hintergrund des Strassenausbaus: In den kommenden Jahren werde es vermehrt zu Staus in den Stosszeiten kommen, schreiben die Stadt und der Kanton in der Mitteilung. Dies als Folge der steigenden Wohnbevölkerung.

Ausserdem ist die Netzergänzung Nord Teil der Standortentwicklung Wilwest. Dieses Vorhaben möchte in den Gemeinden Münchwilen und Sirnach/Gloten bis zu 3000 neue Arbeitsplätze schaffen und die Verkehrssituation in der Region verbessern. Das Vorhaben wird von den Kantonen Thurgau und St.Gallen sowie den 22 Gemeinden der Regio Wil getragen. 17 Varianten der Linienführungen haben Stadt und Kanton geprüft.

Das Wiler Stadtzentrum soll entlastet werden

Aufgabe der Netzergänzung Nord ist es, den Verkehr von Bronschhofen direkt auf die Autobahn zu führen und das Wiler Stadtzentrum zu entlasten. In der Medienmitteilung heisst es:

«Von der Entlastung profitieren auch die Thurgauer Gemeinden Münchwilen, Wilen und Rickenbach. Das Stadtzentrum von Wil gewinnt an Attraktivität und Lebensqualität.»

Die gemeinsame Lösung sieht eine zwei Kilometer lange Umfahrungsstrasse vor. Um das Landschaftsbild zu schützen, wird die Strasse auf einer Länge von 300 Metern überdeckt. Ebenso wird der heute unterirdisch geführte Dreibrunnenbach freigelegt.

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Bund, Kanton und Stadt beteiligen sich

Die Kosten werden auf rund 49 Millionen Franken geschätzt. Den grössten Teil der Kosten trägt der Kanton St.Gallen, wobei mit Bundesbeiträgen von 35 Prozent gerechnet wird. Die Stadt Wil wird sich voraussichtlich an den Kosten für die Überdeckung beteiligen, ist dem Communiqué zu entnehmen.

Das Baudepartement wird dem Kantonsrat zur Netzergänzung Nord eine Botschaft vorlegen. Der Beschluss untersteht dem fakultativen Finanzreferendum. Zum einen entscheiden in Wil der Stadtrat und das Parlament sowie allenfalls die Stimmbevölkerung über allfällige Beiträge der Stadt. Zum anderen äussern sich Stadtrat und Parlament im Rahmen der Anhörung gemäss Artikel 35 des Strassengesetzes zum Bauvorhaben. Dieser Entscheid untersteht dem fakultativen Referendum. Im Rahmen der Projektauflage bestehen zudem die üblichen Einsprachemöglichkeiten.

2023 soll der Kantonsrat über das Bauvorhaben beraten. Mit einem Baustart ist voraussichtlich in 2027/2028 zu rechnen.