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Eine Woche vor der Abstimmung zeigt sich: Die Präsidenten der Berufsfachschulen sind sich uneins

Die harsche Kritik von Markus Isenrich an der geplanten Zentralisierung der Berufsfachschulen lässt Werner Fuchs, Präsident der Berufsfachschulkommission des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal nicht gelten. «Die Reform bringt eine Klärung der Führungsstrukturen.»
Regula Weik
Typografie-Unterricht an der Schule für Gestaltung in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Typografie-Unterricht an der Schule für Gestaltung in St.Gallen. (Bild: Urs Bucher)

Werner Fuchs macht seinem Ärger Luft: «Markus Isenrich vertritt eine Extremposition.» Isenrich hatte sich im Interview mit dieser Zeitung pointiert gegen die Reform der Berufsfachschulen im Kanton ausgesprochen (Ausgabe von gestern). Es sei nicht nötig, deren Führungsstruktur neu zu regeln. Isenrich steht der geplanten Zentralisierung äussert skeptisch gegenüber. Von unklaren Zuständigkeiten, wie sie die Regierung als Begründung der Reform ins Feld führe, könne keine Rede sein. Isenrich sprach von «vorgeschobenen Gründen» . Zu 95 Prozent sei im heutigen Gesetz klar geregelt, welche Ebene zuständig sei. Die wenigen offenen Schnittstellen müssten besprochen werden und könnten direkt mit Bildungschef Stefan Kölliker geklärt werden. «Das sind klare Führungsentscheide.»

Fuchs und Isenrich üben dieselbe Funktion aus. Beide präsidieren eine Berufsfachschulkommission; Isenrich jene des Berufs- und Weiterbildungszentrums für Gesundheits- und Sozialberufe St. Gallen, Fuchs jene des Berufs- und Weiterbildungszentrums Rorschach-Rheintal. Fuchs steht voll und ganz hinter der Reform, über die am 25. November im Kanton St. Gallen abgestimmt wird. Sie bringe «eine Klärung der Führungsstrukturen im kantonalen Berufsschulwesen und eine fassbare Aufgabendefinition für die Berufsfachschulkommissionen». Heute seien die Kompetenzen der Kommissionen «nur sehr vage» festgelegt. Dies hat laut Fuchs dazu geführt, dass «sich die Aktivitäten der Kommissionen sehr unterschiedlich entwickelt haben, von aktiver Einmischung ins operative Geschäft des Rektors bis hin zu einer Verwaltungsratsrolle als Begleitung und Unterstützung des geschäftsführenden Rektors».

Fuchs hat nicht nur mit Isenrichs Haltung Mühe. Als dienstältester Präsident einer Berufsfachschulkommission – Fuchs übt die Aufgabe seit über 25 Jahren aus – verstehe er «weder die CVP, die sich für den Erhalt der heutigen unklaren Strukturen einsetzt, noch die SP, der ein abstruses Führungsmodell vorschwebt, dem jeder Bezug sowohl zur Schulwelt als auch zur Wirtschaft fehlt».

Auch die Freisinnigen reagieren auf Isenrichs Aussagen. Sie hätten die Frage der Berufsfachschulen keineswegs «unterschätzt». Seine Einschätzung entbehre «jeglicher Grundlage». Die FDP habe den Präsidenten der vorberatenden Kommission gestellt und sie habe diese Woche gemeinsam mit der SVP einen Medienanlass initiiert, an dem sie die Pro-Argumente vorgetragen habe. Anders als Isenrich ist die FDP überzeugt: Die Berufsfachschulkommissionen hätten weiterhin «weitreichende Kompetenzen» und blieben auch in der Region verankert. «An ihrer Zusammensetzung ändert sich nichts.»

«Falscher Vergleich» mit Fachhochsculen

Gleich wie die Freisinnigen betont auch Bildungschef Stefan Kölliker: Die Neuregelung der Organisation der Berufsfachschulen sei unter anderem von zwei Präsidenten von Berufsfachschulkommissionen und einem externen Experten in mehr als drei Jahren erarbeitet worden. «Bei den Abklärungen wurden im bestehenden System erhebliche Mängel festgestellt: unklare und doppelte Zuständigkeiten auf der Führungsebene der Schulen und in Abstimmung mit dem Bildungsdepartement.» Der Lösung, wie sie nun zur Abstimmung kommt, hätten die Mehrheit des Kantonsparlaments, die Industrie- und Handelskammer, der Gewerbeverband wie auch die Berufsfachschullehrer zugestimmt, erinnert Kölliker.

Die IHK will von teilautonomen Berufsfachschulen mit Globalbudget, wie sie Isenrich vorgeschlagen hat, denn auch nichts wissen. Die Fachhochschule Ostschweiz (FHO) habe im schweizweiten Wettbewerb Marktanteile verloren – «just wegen zu starker regionaler Alleingänge». Es komme daher nicht von ungefähr, dass die angestrebte Reform eine einheitliche strategische Führung der FHO vorsehe; andere Regionen seien diesen Weg der Reorganisation ihrer Fachhochschulen längst gegangen.

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