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Eine weite Fahrt für eine alte Freundin: Unterwegs nach Bern mit KKS-Sympathisantinnen aus Wil

Ganz früh am Mittwochmorgen stiegen zwölf Frauen in Wil in den Zug nach Bern, um Karin Keller-Suter bei der Bundesratswahl zu unterstützen. Wir haben sie auf ihrem Ausflug begleitet.
Lara Wüest
15 Bilder

Unterstützung aus Wil für Karin Keller-Sutter

Als die frisch gewählte Karin Keller-Sutter aus dem Bundeshaus tritt und auf ihre Freundinnen vom Wiler Verband «Business and Professional Women» (BPW) zugeht, wirkt sie, über die viele sagen, sie sei distanziert und unnahbar, für einmal gerührt, ja fast ein bisschen aus dem Häuschen. «Oh, hallo», sagt Keller-Sutter mit strahlenden Augen, «es ist so schön, dass ihr da seid».

Bettina Zimmermann, die Präsidentin vom BPW in Wil, ist überglücklich: «Die Reise hat sich wirklich gelohnt», sagt sie, als Keller-Sutter bereits die nächsten Gratulationen entgegennimmt.

«D' Karin» unterstützen

Fünfeinhalb Stunden zuvor, kurz vor halb sieben am Bahnhof in Wil: Die zwölf BPW-Frauen treffen sich auf dem Perron. Noch ist es stockfinster. Müde wirken sie aber nicht, eher aufgeregt. Die Zugfahrt, welche sie vor sich haben, ist lang, der Tag verspricht Spannendes: Gleich zwei neue Bundesrätinnen, oder vielleicht auch ein Bundesrat, sollen gewählt werden. Und die BPW-Frauen fahren nach Bern, um ihre Favoritin, «d’Karin», zu unterstützen.

(Bild: Benjamin Manser)

(Bild: Benjamin Manser)

Auch Karin Keller-Sutter ist nämlich Mitglied im Frauenförderverein BPW Wil, seit 16 Jahren schon. Im Zug, den die Frauen kurz darauf besteigen, ist von Spannung kaum etwas zu spüren. Müde Pendlergesichter blicken ihnen entgegen, ihre Stimmen sind die einzigen, die durch den Waggon zu hören sind.

Von früheren Zeiten

Die meisten der zwölf Frauen kennen Karin Keller-Sutter persönlich. Eine von ihnen ist die Coiffeuse Erica Brändle aus Zuzwil. Seit 30 Jahren ist sie mit der neuen Wiler Bundesrätin befreundet. Wenn sie über «d’Karin» spricht, erzählt sie von früher, aus einer Zeit, in der diese ihre Haare noch lang trug. Nur die Seiten, die waren damals schon kurz geschnitten –von Erica Brändle. Lachend sagt sie:

«Wir hatten damals unsere Grufti-Phase, mit den passenden Frisuren und schwarzen Kleidern.»

Stolz schwingt in ihrer Stimme mit, wenn sie so über eine der meistgefragten Frauen der Schweiz spricht. Das ist bei allen zwölf Frauen so, wenn sie von Karin Keller-Sutter erzählen. Ein bisschen ist es auch ihr Tag, der Tag der Wahl, denn schliesslich ist es ihre Karin, die da gewählt werden soll.

«Wir vom BPW Wil werden wohl nur eine Bundesrätin haben», sagt Erna Nägeli aus Bazenheid. Auch sie kennt Keller-Sutter von früher, als sie zusammen in der Parteileitung der FDP St.Gallen waren und regelmässig gemeinsam mit dem Auto nach St.Gallen fuhren. Doch so sicher wie viele andere, dass Keller-Sutter gewählt wird, ist sie nicht. «Bei einer solchen Wahl kann viel passieren.»

Rappelvoller Raum

Mittlerweile ist es hell geworden, die Frauen sitzen im Zug nach Bern. Draussen ziehen jetzt Berner Bauernhäuser und grüne Wiesen vorbei. Als der Zug um halb neun endlich in Bern eintrifft, macht sich Erleichterung breit, die Fahrt war lang. Nun endlich kann es richtig losgehen. Eilig laufen die Frauen ins impact Hub, ein Coworking-Büro in der Nähe des Bundeshauses. Dort wird die Wahl live übertragen. Der Raum ist bereits rappelvoll, das Stimmengewirr laut. Im Hintergrund spricht Susanne Wille von einer Leinwand in den Raum.

Erst kurz vor der Wahl von Viola Amherd wird es für einen kurzen Augenblick still. Als die Walliserin gewählt wird, bricht Jubel aus. Nur die Frauen von BPW Wil halten sich zurück. Schliesslich sind sie nur aus einem Grund nach Bern gekommen. «Die CVP-Bundesratswahl ist für mich nebensächlich», sagt etwa Brigitte Kohler aus Wil.

«Ich bin so stolz»

Als eine halbe Stunde später die Neubesetzung des FDP-Bundesratssitzes ansteht, ist die Anspannung dann auch bei den Wiler Frauen gross. Präsidentin Bettina Zimmermann presst die Hände vor dem Gesicht zusammen und seufzt. Sie sagt:

«Hoffentlich wollen die jetzt nicht doch plötzlich noch einen Mann.»

Ganz still steht sie da. Und dann die Erleichterung: Karin Keller-Sutter wird bereits im ersten Wahlgang deutlich gewählt, wie zuvor auch Viola Amherd. Die Begeisterung unter den Frauen ist gross, ihre Jubelrufe sind laut. «Ich bin so stolz, dass eins unserer Mitglieder jetzt im Bundesrat ist», sagt Zimmermann.

Noch ist ihre Reise aber nicht zu Ende. Zusammen wollen sie auf dem Bundesplatz die frisch gewählte Bundesrätin empfangen und ein paar Ballons in den Farben der BPW in den Himmel fliegen lassen. «Hoffentlich können wir Karin noch persönlich gratulieren», sagt Erna Nägeli. Ihre Hoffnung sollte nicht enttäuscht werden.

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