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Eine St. Galler Forderung an den Papst

ST. GALLEN. Frauen haben in der katholischen Kirche noch immer wenig zu sagen. Eine Gruppe von St. Galler Frauen will das ändern – und lanciert ein grossangelegtes Projekt. Ziel ist nichts geringeres als eine weltweite Bewegung für die Rechte der Frauen in der Kirche.
Andri Rostetter
Petersdom in Rom. (Bild: fotolia)

Petersdom in Rom. (Bild: fotolia)

Der 2. Juli 2016 soll für die katholischen Frauen weltweit zu einem Freudentag werden. An jenem Tag will eine Gruppe von St. Galler Frauen dem Papst in Rom eine Forderung übergeben, die es in sich hat: Die Männer in der katholischen Kirche sollen künftig nicht mehr ohne Frauen diskutieren und entscheiden, wenn es um die Stellung der Frauen in der Kirche geht. «Viele Frauen fühlen sich in unserer Kirche fremd, nicht ernst genommen oder unwillkommen, weil sie zu wenig in verantwortliche Gremien eingebunden und an Entscheidungsprozessen beteiligt sind», heisst es auf der Homepage der Initiantinnen (www.kirche-mit.ch). Hinter der Initiative «Kirche mit den Frauen» stehen drei Frauen und ein Mann: Die St. Galler Pastoralassistentinnen Hildegard Aepli und Esther Rüthemann, die Zürcher Ärztin Lea Stocker und der Freiburger Theologieprofessor Franz Mali. Sie sind es auch, die am 2. Mai 2016 eine Pilgerreise nach Rom unter die Füsse nehmen. Ziel ist, dass sich auf dem 1000 Kilometer langen Fussmarsch möglichst viele Pilgerinnen und Pilger der Gruppe anschliessen. «Wir wollen 100 000 Leute auf den Petersplatz in Rom bringen», sagt Hildegard Aepli.

«Aufhorchen, ja aufatmen»

Grosse Hoffnungen legen die Initiantinnen in Papst Franziskus. «Er bewirkt, dass viele Menschen inner- und ausserhalb der Kirche aufhorchen, ja aufatmen. Seine Worte und Gesten rühren an und erinnern an das Wesentliche des christlichen Glaubens», schreiben sie. Papst Franziskus soll letztlich für alle Frauen in der katholischen Kirche weltweit umsetzen, was in St. Gallen als Ideen von ein paar wenigen begann. Die Initiative wird von diversen Institutionen ideell unterstützt, darunter das Bistum St. Gallen, der Abtprimas (Weltvorsitzender) der Benediktiner und Benediktinerinnen, die Provinz der Schweizer Jesuiten und der Schweizerische Katholische Frauenbund. Gleichzeitig arbeiten über 50 Autorinnen und Autoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am Projekt mit. Ab morgen wird auf der Internetseite täglich ein Text veröffentlicht, während der Pilgerreise berichten dann die Pilgerinnen und Pilger von ihren täglichen Eindrücken. Diese Texte sollen zum Ausdruck bringen, «dass es nicht in erster Linie um eine <Aktion> geht, sondern um einen kontinuierlichen Weg».

Eine Heilige gibt das Datum vor

Das Startdatum für das Projekt und die Pilgerreise ist nicht zufällig gewählt: Am 2. Mai wird im Bistum St. Gallen Wiborada gedacht, der ersten Frau, die von einem Papst heiliggesprochen wurde. Wiborada kam 912 nach St. Gallen, wo sie vier Jahre in einer Zelle in St. Georgen lebte. 916 liess sie sich bei der Kirche St. Mangen einschliessen. Getreu ihrem Gelübde verweigerte sie die Flucht vor den einfallenden Ungarn und wurde 926 in ihrer Zelle erschlagen.

Start mit Wiborada

In St. Georgen findet morgen Samstag auch die erste von 21 Veranstaltungen zur Reihe «Impulse von Frauen für die Kirche» statt, welche das Projekt bis zum Start der Pilgerreise im Mai 2016 begleitet. In Vorträgen werden berühmte Frauen der katholischen Kirche vorgestellt – die heilige Wiborada wird morgen die erste sein.

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