Eine schwere Enttäuschung

Vor 100 Jahren

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«Ein Offizier schreibt uns: Die Reden des 1. August sind verklungen. Die Höhenfeuer sind verraucht. Und der Geist des […] Alltags ist überall wieder eingekehrt und lässt uns heute abwägen, was die Feier des 1. August uns für Erwartungen erfüllt, für Hoffnungen gemacht und – was für Enttäuschungen sie hinterliess. Und eine schwere Enttäuschung hat die Bundesfeier zumindest den […] an der Grenze stehenden Soldaten gebracht. Auch wir haben in dunkler Sturmnacht auf hoch­ragender Felsklippe unser Feuer trotz strömendem Regen zum Auflodern gebracht. Aber nicht ein Gefühl der Freude durchglühte uns dabei, sondern ein eiserner Wille, denen draussen über den Grenzpfählen zu zeigen, dass trotz allem unentwegt und fest die Schweizer Wacht halten […]. Wir dachten dabei, mit was wohl der Schweizersoldat die Hartherzigkeit verdient habe, mit der die Behörden die so dringende Solderhöhung […] hinauszögern.»

Aus dem «St. Galler Tagblatt» vom 13. August 1917.