«Eine Miss ist kein Model»

Die Amtszeit von Michelle Schmid als Miss Ostschweiz geht zu Ende. Die 22-Jährige blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Nun will sie sich ihrem Studium widmen, wobei sie die Teilnahme an den Miss-Schweiz-Wahlen nicht ausschliesst.

Stephanie Sonderegger
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Michelle Schmid gibt heute abend ihre Krone ab. (Bild: Benjamin Manser)

Michelle Schmid gibt heute abend ihre Krone ab. (Bild: Benjamin Manser)

Die Abendkleider der Finalistinnen glitzern im Bühnenlicht, die Stimmung ist zum Zerreissen gespannt, als schliesslich der Name Michelle Schmid fällt. Darauf folgt eine Szene wie in einem Hollywoodstreifen: Es gibt einen Thron, eine Schärpe und ein Krönchen. Blumen werden überreicht, Gratulationen ausgesprochen.

Das war vor gut einem Jahr, als die 22jährige Michelle Schmid zur Miss Ostschweiz gewählt wurde. Heute geht für sie die Amtszeit zu Ende. Heute übergibt sie die Krone an ihre Nachfolgerin. Dem Moment der Übergabe blickt die Glarnerin mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits sei es ein super Jahr gewesen, das sie geniessen konnte. Anderseits sei es nun an der Zeit, neue Herausforderungen anzunehmen, sagt die amtierende Miss Ostschweiz.

Prioritäten setzen

Trotz Modelmassen und Rehaugen erfüllt die sympathische Glarnerin nicht jedes gängige Klischee einer Miss. Mit ihren langen braunen Haaren ist Michelle Schmid nicht nur bildhübsch, sondern auch klug. So klug, dass sie das Gymnasium mit der besten Matura ihres Jahrgangs abschloss. Inzwischen studiert sie Biologie an der Universität in Zürich. Ein Studium, das sie auch während ihrer Amtszeit fortsetzte. «Im Missenjahr stehen die damit verbunden Aufgaben klar im Vordergrund. Termine für Shootings habe ich auf Wochenenden oder nach Vorlesungen gelegt. Wenn es nicht anders machbar war, habe ich auch mal eine ausfallen lassen.» Als Arbeit habe sie die Aufträge nie gesehen. Die Biologiestudentin hatte Spass an ihrem Amtsjahr als Miss Ostschweiz. Das verdeutlichen auch die weiten Wege, die sie gerne von Glarus aus für Moderations- und Modelaufträge auf sich nahm.

Keinen Zickenkrieg erlebt

«Wenn man den Rummel um die eigene Person und das ständige Unterwegssein nicht mag, kann ein Missenjahr zum Albtraum werden», sagt Michelle Schmid. Sie selber hatte keine Probleme mit den Schattenseiten ihres Jobs. Die amtierende Miss Ostschweiz wirkt bodenständig und gelassen. Der Umgang mit dem Druck, den gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen, machte ihr ebenso wenig Probleme wie die berüchtigten Zickenkriege: «Ich bin überall so aufgenommen worden, wie ich bin. Das war mir auch wichtig. Als Miss ist man schliesslich kein Model und darf Persönlichkeit haben.»

Persönlichkeit, die sie sich auch für ihre Nachfolgerin wünscht. Neun Kandidatinnen treten für die Wahl zur Miss Ostschweiz 2015 an. Michelle Schmid konnte die Finalistinnen auf einer Reise nach Wien begleiten. Eine Favoritin hat sie nicht, wohl aber die Vorstellung einer würdigen Nachfolgerin: «Sie sollte sympathisch, authentisch, offen und präsent sein. Ausserdem sollte sie kritikfähig sein, um sich weiterentwickeln zu können.» Auch an gesundem Selbstbewusstsein sollte es der neuen Miss Ostschweiz nicht fehlen. Sie selber freut sich auf neue Herausforderungen: «Das Studium nimmt bei mir in naher Zukunft einen grossen Platz ein. Das Modeln und Moderieren möchte ich dennoch nicht aufgeben.» Aufträge hat Michelle Schmid bereits in Aussicht. Ebenfalls im Blick hat sie die Miss-Schweiz-Wahlen: Eine Teilnahme kann sie sich durchaus vorstellen.

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