Eine lange Tortur geht zu Ende

Humpelnd, erschöpft, aber überglücklich sind 33 Open-AirPilger gestern abend in Frauenfeld eingetroffen. Alle in Bern Gestarteten haben die Strapazen des vier Tage dauernden Fussmarsches nach Frauenfeld gut überstanden.

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Den Pilgern stehen die Strapazen ins Gesicht geschrieben. (Bild: Mario Testa)

Den Pilgern stehen die Strapazen ins Gesicht geschrieben. (Bild: Mario Testa)

Humpelnd, erschöpft, aber überglücklich sind 33 Open-AirPilger gestern abend in Frauenfeld eingetroffen. Alle in Bern Gestarteten haben die Strapazen des vier Tage dauernden Fussmarsches nach Frauenfeld gut überstanden. «Die Wanderung war extrem hart, ich bin noch nie eine so weite Strecke gegangen», stellte Jonas Habich während des letzten Teilstücks über die Thurgauer Kantonsgrenze fest und fügt an: «Ich habe mir die Pilgerreise einfacher vorgestellt.»

Die Füsse leiden am meisten

Auf den letzten Kilometern vor Frauenfeld überwiegt beim 27jährigen Berner die Freude über das Geleistete. «Die ersten zwei Tage waren extrem hart. Jeder hatte Blasen an den Füssen, aber wir haben uns gegenseitig motiviert, weiterzulaufen. Jetzt am vierten Tag und mit gut 150 Kilometern in den Beinen laufen die Füsse schon fast wie von selbst.» An diesen stecken je nach Teilnehmerin oder Teilnehmer Wanderschuhe, Turnschuhe, Latschen oder Flip-Flops.

Letztere trägt auch Any Teyada: «Ich habe nur eine einzige Blase am Fuss», frohlockt die 20jährige Rottweilerin. Sie ist im Internet auf die Pilgerreise ans Open Air aufmerksam geworden und bereut ihre Anmeldung keineswegs, auch wenn die Wanderung kein Zuckerschlecken ist, wie sie sagt. «Es macht grossen Spass. Das Wetter stimmt, die Gruppe ist toll und ich habe viele neue Leute kennengelernt und verstehe mich mit allen prima.» Den guten Teamgeist loben alle Pilgerinnen und Pilger. Zur guten Stimmung beigetragen haben auch die Organisatoren. Sie reisten mit dem Gepäck voraus und so kam die Pilgergruppe an den Abenden jeweils zum fertig eingerichteten Nachtlager.

«Am zweiten Abend sassen wir am Pool, tranken Bier und grillierten. Für mich der Höhepunkt der Pilgerreise», sagt Raphael Stocker. Der 26jährige Schaffhauser betont jedoch, dass es bei ein, zwei Bier blieb. «Niemand wollte saufen an den Abenden. Wir haben schnell gemerkt, dass wir am nächsten Tag grosse Mühe mit der Marschstrecke bekommen hätten.»

Gute Bilanz der Organisatoren

Auch die Open-Air-Verantwortlichen loben die Disziplin und den guten Teamgeist der Teilnehmer. Als Belohnung gibt es für die Pilger kurz vor Frauenfeld die gute Nachricht, dass sie alle statt normale Tickets VIP-Ausweise erhalten. «Ich kann eine Superbilanz über die Pilgerreise ziehen. Alle sind heil angekommen, es gab keine nennenswerten Zwischenfälle und die Gruppe hält zusammen», schwärmt Organisator Silvan Müller, der die Teilnehmer aus über 200 Bewerbern für die Pilgerreise ausgesucht hatte.

Mario Testa