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Kolumne

Eine Kantonshauptstadt muss Vorbild sein

Von Geldbussen beim Zügeln, Kochrezepten für vorwitzige Vögel und den Hosen einer Aussenministerin.
Silvan Lüchinger
Silvan Lüchinger

Silvan Lüchinger

Thurgauer Jäger müssen sich in der Regel mit Niederwild begnügen. Steht ihnen der Sinn nach Grosswild, buchen sie Ferien auf einer Jagdfarm in Südafrika. Und können sie sich nachher nicht auf die Kosten einigen, treffen sie sich vor Gericht. Wer dort verliert, gilt als Fallwild.

Stephanie Egger betreibt MMA. Das ist ein Mix aus verschiedenen Kampfsportarten, in dem fast alles erlaubt ist. Was das auf politischer Ebene bedeutet, hat Mike Egger dieser Tage erfahren. Noch im Frühling war der St. Galler SVP-Nationalrat «unser Mann für den Ständerat – auch im Herbst.» Jetzt heisst der SVP-Ständeratskandidat nicht Mike Egger, sondern Roland Rino Büchel. Mit 30 gehört Stephanie Egger in ihrer Sportart zur Elite. Mike Egger ist erst 26. Vielleicht sollte er sich die nächsten vier Jahre statt von der Parteileitung von seiner Schwester trainieren lassen.

In Weinfelden laufen immer wieder mal Pfauen frei herum. Und immer wieder mal wird deswegen die Polizei alarmiert. Diese will dem Besitzer der Tiere künftig für ihre Einsätze Rechnung stellen. Der Pfauenhalter wiederum versteht das nicht, zeigt aber bereits erste Anzeichen von Resignation: Wenn das so weitergehe, werde er die Vögel wohl kochen müssen. Rezepte finden sich in Kochbüchern der alten Römer.

Am 13. Juli findet der weltweit erste grenzüberschreitende Animal Pride Day statt. Der Umzug führt vom Kreuzlinger Bärenplatz über den Hauptzoll nach Konstanz und dann durch die Altstadt zur Marktstätte. Dort wird der «Forderungskatalog für alle Tiere» verkündet. Zentrales Anliegen sind faire Fleischpreise.

Eine Kantonshauptstadt hat Vorbildfunktion. Darum stellt St.Gallen konsequent Bussen aus, wenn jemand vergisst, seinen Zuzug oder auch nur einen Quartierwechsel anzumelden. Ohne Verwarnung. Erziehung übers Portemonnaie nennt sich das im pädagogischen Handbuch der Stadt. Sollte der Schlendrian in der Bevölkerung weiter anhalten, werden auch Körperstrafen ins Auge gefasst. Vollzogen würden sie im Galgentobel.

Im Kanton Thurgau gibt es ab 1. Januar 2020 nur noch zwei Zivilstandsämter. Das hat zur Folge, dass bis auf weiteres nur noch Hochzeitstermine in den offiziellen Traulokalen Amriswil und Frauenfeld reserviert werden können. Beliebte Orte wie die Schlösser Hagenwil und Arbon, die Kreuzlinger Seeburg oder das Weinfelder Wöschhüsli fallen damit weg. Da könnte ja jeder kommen und sagen, er wolle heiraten. Im Thurgau wird geheiratet, wenn der Staat Zeit hat.

Der Streit um die Budgetüberschreitung der Liechtensteiner Aussenministerin Aurelia Frick wird immer giftiger. Jetzt hat Regierungschef Adrian Hasler, immerhin ein Parteikollege, den Tarif durchgegeben: «Aurelia muss die Hosen runterlassen und alles auf den Tisch legen.» Wir sind sicher, dass Aurelia auch ohne Hemd und Höschen eine gute Figur macht.

Geht es nach der VüCH, darf man auf dem St.Galler Klosterplatz nicht an eine Wand anlehnen, nicht auf der Wiese liegen und kein Wasser aus dem Brunnen schöpfen. Leises Beten wird toleriert – aber nur von Katholiken.

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