EINBÜRGERUNGSVORLAGE: Rheintal: Wenig Ausländer - grosse Ablehnung

Das Rheintal gehört schweizweit zu jenen Regionen, in denen die Vorlage zur erleichterten Einbürgerung von Ausländern am wuchtigsten verworfen wurde. Am klarsten war die Ablehnung in Eichberg - obwohl genau hier am wenigsten Ausländer leben.

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Im Rheintal leben viele Menschen, die der erleichterten Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern der dritten Generation kritisch gegenüberstehen. (Bild: Urs Jaudas)

Im Rheintal leben viele Menschen, die der erleichterten Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern der dritten Generation kritisch gegenüberstehen. (Bild: Urs Jaudas)

Mit im Schnitt satten 60 Prozent Nein-Stimmen verwarfen die 13 Rheintaler Gemeinden am Wochenende die Vorlage zur erleichterten Einbürgerung von Ausländerinnen und Ausländern der dritten Generation. Damit trug die Region entscheidend dazu bei, dass die Vorlage auch im gesamten Kanton St.Gallen mit 50,2% bachab ging - anders als auf nationaler Ebene, wo die Befürworter obsiegten.

Eine detaillierte Auswertung der Resultate aus dem Rheintal bestätigt ein Phänomen, das beispielsweise schon bei der Annahme der Masseneinwanderungsinitiative zu beobachten gewesen war: An jenem Rheintaler Ort, an dem Stand Ende 2015 verglichen mit der Gesamtbevölkerung prozentual am wenigsten Ausländer lebten, wurde die Vorlage am wuchtigsten verworfen. Es handelt sich dabei um die Gemeinde Eichberg, den Wohnort der früheren SVP-Nationalrätin Jasmin Hutter. 73,6% stimmten hier gegen die erleichterte Einbürgerung der dritten Generation - obwohl der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung nirgendwo im Rheintal so klein ist wie hier (15,8%). Am zweithöchsten war der Nein-Anteil im Rheintal mit 72,1% in der Gemeinde Rüthi - auch hier nimmt sich der Ausländeranteil von 22,6% vergleichsweise bescheiden aus. Auf Platz 3 folgt Oberriet mit einer Ablehnung der Initiative von 71,7%. Der Ausländeranteil hier: gerade einmal 16% - am zweitwenigsten im Rheintal. (dwa)

Klicken Sie sich durch alle Rheintaler Gemeinden und vergleichen Sie den Neinstimmen-Anteil bei der Einbürgerungsvorlage mit dem jeweiligen Ausländeranteil:

Nirgendwo im Rheintal wohnen prozentual gesehen so viele Einbürgerungsgegner wie in Eichberg. Die Gemeinde lehnte die Vorlage mit 73,6% ab - obwohl der Ausländeranteil mit 15,8% am tiefsten im ganzen Rheintal ist. (Bild: Kurt Latzer)
13 Bilder
In Rüthi lag der Nein-Anteil bei 72,1% - bei einem ebenfalls verhältnismässig tiefen Ausländeranteil von 22,6%. (Bild: Reto Martin)
Speziell auch das Resultat in Oberriet: Obwohl der Ausländeranteil in der Gemeinde gerade einmal bei 16% liegt, stimmten 71,7% gegen die erleichterte Einbürgerung von Ausländern der dritten Generation. (Bild: Mareycke Frehner)
In St.Margrethen waren 65,1% gegen die Vorlage. Dies bei einem hohen Ausländeranteil von 48,3%. Ob auch der Ärger über den bockigen Moslem, der seit Monaten für Negativschlagzeilen sorgt, zu diesem klaren Votum beigetragen hat? (Bild: Stefan Beusch)
Auch in Diepoldsau lag der Neinstimmen-Anteil bei über 60% - genau waren es 62,7%. Der Ausländeranteil an der Bevölkerung in Diepoldsau liegt bei 25%.
Auch in Rebstein stimmten satte 61,5% gegen die erleichterte Einbürgerung. Der Ausländeranteil: 31,7%. (Bild: Urs Jaudas)
In Widnau beträgt der Ausländeranteil 28,4%. Der Neinstimmen-Anteil bei der Einbürgerungsvorlage betrug 58,4%. (Bild: Ralph Ribi)
Rheineck hat über 34% Ausländer - gegen die erleichterte Einbürgerung von Ausländern der dritten Generation votierten 57,9%. (Bild: Monika von der Linden)
Auch in Altstätten wurde die Vorlage mit 57,1% wuchtig verworfen. Dies bei einem Ausländeranteil von 27,8%. (Bild: Kurt Latzer)
In Marbach beträgt der Ausländeranteil verhältnismässig bescheidene 19,5% - die Ablehnung der Einbürgerungsvorlage erfolgte mit 55,9% aber trotzdem deutlich. (Bild: Ralph Ribi)
55,4% Nein zur Einbürgerungsvorlage bei einem Ausländeranteil von 36,2% setzte es in Au ab. (Bild: Benjamin Manser)
In Balgach stimmten 53,5% gegen die Vorlage - der Ausländeranteil in der Gemeinde beläuft sich auf 22,7%. (Bild: Gert Bruderer)
Hier war die Ablehnung am knappsten: In der Gemeinde Berneck sprachen sich 52,8% gegen die Einbürgerungsvorlage aus. Am Ort leben 19,4% Ausländer. (Bild: Benjamin Manser)

Nirgendwo im Rheintal wohnen prozentual gesehen so viele Einbürgerungsgegner wie in Eichberg. Die Gemeinde lehnte die Vorlage mit 73,6% ab - obwohl der Ausländeranteil mit 15,8% am tiefsten im ganzen Rheintal ist. (Bild: Kurt Latzer)