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EINBÜRGERUNG: Wiler Imam Bekim Alimi: "Diese Einbürgerung ist mein Recht"

Das Präsidium des Wiler Stadtparlaments befindet heute Abend über das weitere Vorgehen beim Einbürgerungsgesuch des Imams der albanischen Moschee, Bekim Alimi. Im Interview schildert er, warum es ihm wichtig ist, Schweizer zu werden.
Christoph Zweili
Der Wiler Imam Bekim Alimi hofft, dass er nun endlich Schweizer werden kann. (Bild: Hanspeter Schiess/Archiv)

Der Wiler Imam Bekim Alimi hofft, dass er nun endlich Schweizer werden kann. (Bild: Hanspeter Schiess/Archiv)

<strong>Herr Alimi, Ihre Frau Ajse und Ihre beiden Töchter sind ohne Probleme eingebürgert worden. Sie nicht &ndash; haben Sie damit gerechnet?</strong>
Nein, eigentlich nicht.

Welchen Grund vermuten Sie hinter der Einsprache?
In Ihrem Brief an mich verweist die Stadt Wil auf die unbegründeten Vorwürfe von bestimmten Medien im Vorfeld der Segnung des neuen Gotthard-Basistunnel Anfang Januar 2017.

Demnach sollen Sie mit einem judenfeindlichen Imam aus Mazedonien auf einem Foto posiert haben und in einem Video zusammen mit einem umstrittenen kosovarischen Prediger aufgetaucht sein. Von der Verbindung zu salafistischen Kreisen haben Sie sich stets distanziert.
Genau. Auch der Bundesnachrichtendienst (BND) hat diese Vorwürfe im Zusammenhang mit meiner Einbürgerung noch einmal angeschaut. Gefunden wurde nichts, wie es in der Kopie heisst, die nebst dem Stadtrat auch an mich ging. Wörtlich heisst es im Schreiben, dass auch Teil des Gutachtens und des Antrags an das Stadtparlament ist, dass der Imam von Wil weder eine Gefahr für die innere noch für die äussere Sicherheit darstellt.

Das haben Sie selber auch immer betont.
Ja. Ich habe mit meinem jahrzehntelangen Engagement genau das Gegenteil bestrebt und bewirkt.

Wissen Sie, wer hinter der Einsprache zur Einbürgerung steckt?
Ja, ich weiss es. Ich möchte den Namen aber nicht nennen.

Das Präsidium befindet heute Abend an einer ausserordentlichen Sitzung über das weitere Vorgehen. Rechnen Sie mit einem Ja im Parlament?
Ja, das tue ich. Ich kenne viele Stadtparlamentarier persönlich. So, wie ich sie kennengelernt und mit ihnen bei diversen Projekten zusammengearbeitet habe, denke ich, dass sie mich so beurteilen werden, wie ich wirklich bin. Wenn das der Fall ist, denke ich schon, dass mein Gesuch positiv beurteilt wird.

Sie haben sich in der Öffentlichkeit stets für eine integrative Haltung eingesetzt und gelten daher als Botschafter eines gemässigten Islams. Wie wichtig ist es für Sie, Schweizer zu werden?
Das wird jetzt mit der Einsprache noch wichtiger, um zu betonen, dass diese Einbürgerung mein Recht ist. Ich bin so weit: Ich habe mich mit den Gesetzen und dem Schulsystem vertraut gemacht und zeige ein breites Engagement in der Schweiz. Ich bin Teil dieser Gesellschaft geworden. Für mich ist es auch wichtig, dass ich mich an der Urne an der Zukunft dieses Landes beteiligen kann, so es wie es jeder Bürger tut.

Ihre Eltern lebten bereits seit den 1970er-Jahren in der Schweiz. Haben auch sie sich einbürgern lassen?
Mein Vater ist verstorben und die Mutter lebt in Sirnach – sie ist nicht eingebürgert. Aber das war die erste Generation, die vor allem wegen der Arbeit in die Schweiz gezogen ist.

Gibt es andere Imame in der Schweiz, die sich haben einbürgern lassen?
Natürlich. Beispiel sind der Imam in Zürich und derjenige in Bern. Ich kenne beide – beide haben sich einbürgern lassen.

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